Wie viel Schutz braucht es?

Ein Gebäude kann gegen unterschiedlich heftige Naturgefahrenereignisse geschützt werden. Generell gilt: Je grösser der zu erwartende Schaden, umso höher der erforderliche Schutz.

Es hat sich gezeigt, dass die untenstehenden Schutzziele in der Regel sinnvoll und verhältnismässig sind. Diese empfohlenen Gebäudeschutzziele lassen sich bei Neu- oder Umbauten meist mit einfachen und kostengünstigen Massnahmen erreichen, sofern sie frühzeitig eingeplant werden. Sprechen Sie Ihre Baupartner explizit auf Naturgefahren an und verlangen Sie die entsprechenden Abklärungen und Nachweise. Unterstützung finden Sie bei den kantonalen Fachstellen und Gebäudeversicherungen.

Naturgefahr

Empfohlenes Gebäudeschutzziel

Starker Regen, Oberflächenabfluss

Starkniederschlag

Schutzziel: Das Gebäude bleibt bis zum 100-jährlichen Regen auch in Untergeschossen trocken (Übersicht Schutzmassnahmen)

Abklärung der Gefährdung: Fliesswege und maximale Wassertiefe gemäss der regional zu erwartenden Regenmengen, Prüfung allfälliger Hinweise in der kantonalen Gefahrenkarte

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Hochwasser

Hochwasser

Schutzziel: Das Gebäude bleibt bis zum 300-jährlichen Hochwasser intakt und im Untergeschoss trocken (Übersicht Schutzmassnahmen)

Abklärung, ob Gefährdung besteht: kantonale Gefahrenkarten

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Sturm

Sturm

Schutzziel: Das Gebäude hält den zu erwartenden Windspitzen bis zum 50-jährlichen Wind schadlos stand, es gibt keine abgerissenen Bauteile (Übersicht Schutzmassnahmen)

Wichtig ist die konsequente Umsetzung der hierfür geltenden Baunormen (insbes. SIA 261), verlangen Sie von Ihren Baupartnern entsprechende Nachweise!

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Hagel

Hagel

Schutzziel: Bis zum 50-jährlichen Hagel entstehen keine Schäden an Fassade, Dach und daran befestigen Bauteilen wie Solaranlagen. In der Regel ist der Schutz auf Hagelkörner mit 3 cm Durchmesser sinnvoll und einfach umsetzbar (Übersicht Schutzmassnahmen).

Verwenden Sie hagelgeprüfte Produkte mit minimalem Hagelwiderstand HW3 (Funktion und Aussehen). Nutzen Sie das Hagelregister als Entscheidungshilfe.

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Schnee

Schnee

Schutzziel: Dach, Aussenwände sowie Vordächer, Oberlichter und Solaranlagen halten bis zum 50-jährlichen Schnee (Gewicht, Abrutschen) stand (Übersicht Schutzmassnahmen)

Wichtig ist die konsequente Umsetzung der hierfür geltenden Baunormen (insbes. SIA 261), verlangen Sie von Ihren Baupartnern entsprechende Nachweise!

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Erdbeben

Erdbeben

Schutzziel: Das Gebäude schützt die sich darin befindenden Personen bis zum 475-jährlichen Erdbeben, Schäden sollten reparierbar sein (Hinweise Erdbebengerechtes Bauen, Merkblatt Erdbebengerechte Neubauten)

Wichtig ist die konsequente Umsetzung der Baunormen, verlangen Sie von Ihren Baupartnern entsprechende Nachweise!

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Erdrutsch, Murgang, Steinschlag, Lawinen

Steinschlag, Rutschungen, Murgang, Lawinen

Schutzziel: Das Gebäude bleibt auch bei seltenen Ereignissen (300-jährlich) intakt und schützt die sich darin befindenden Personen (Übersicht Schutzmassnahmen)

Abklärung, ob Gefährdung besteht: kantonale Gefahrenkarten

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Blitzschlag

Blitzschlag

Schutzziel: Zuverlässige Verhinderung von Bränden und Überspannungen an elektronischen Geräten

Schutzmassnahmen: Installation einer Blitzschutzanlage inkl. Überspannungsschutz (Massnahmenvorschläge effektiver Blitzschutz)

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Radon

Radon

Schutzziel: Bestmögliche Reduktion der Radonbelastung, resp. Einhaltung der Grenzwerte gem. Strahlenschutzverordnung: max. 1000 Bq/m3, bei Neu- und Umbauten: max. 400 Bq/m3. Das BAG empfiehlt max. 300 Bq/m3 in sämtlichen Wohn- und Aufenthaltsräumen. (Übersicht Schutzmassnahmen)

Abklärung der Gefährdung: Prüfung der mittleren Radonbelastung in der Gemeinde, Radonmessung durch eine Fachperson empfohlen

Weitere Informationen zum Thema Radon

 

Diese Empfehlungen gelten für normale Wohn- und Geschäftsgebäude. Bei Hinweisen auf ein stark erhöhtes Risiko (z.B. Sonderrisikoobjekte) kann ein höherer Schutz erforderlich sein. Wie viel Schutz es braucht, hängt von der Art der Gefährdung, den gesetzlichen und normativen Vorgaben, der Gebäudenutzung (gefährdete Personen und Sachwerte), der Verletzlichkeit des Gebäudes sowie vom persönlichen Schutzbedürfnis ab. Letztlich können auch wirtschaftliche Überlegungen helfen, ein sinnvolles Gleichgewicht an Gebäudeschutz und erzielter Sicherheit herzustellen. Gegebenenfalls ist dies zu begründen und mit den Risikoträtern abzustimmen.

Weshalb Sie ein 300-jährliches Ereignis nicht unterschätzen sollten:

Eine Eintretenswahrscheinlichkei von 15% ist nicht unerheblich, wie das Würfel-Beispiel zeigt.

Die Jährlichkeit beschreibt die Häufigkeit von Ereignissen: Ein sogenannt 300-jährliches Ereignis tritt innerhalb von einem Jahr mit einer Wahrscheinlichkeit von 1/300 (0.3 Prozent) ein.

Gebäude haben eine typische Lebensdauer von 50 Jahren oder mehr. Über einen Betrachtungszeitraum von 50 Jahren steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein 300-jährliches Ereignis mindestens einmal eintritt, auf 15 Prozent. Dies entspricht der Wahrscheinlichkeit, mit einem einzigen Wurf eine 6 zu würfeln. Seltene Naturgefahren dürfen nicht unterschätzt werden!