Hagel

Bildquelle: Interkantonaler Rückversicherungsverband (IRV) / Markus Imhof

Das kann passieren

In der Schweiz können Hagelkörner mit mehr als 5 cm Durchmesser vom Himmel prasseln. Dies geschieht zum Glück relativ selten. Auch kleinere, häufig auftretende Hagelkörner mit 3 cm Durchmesser können bereits Schäden anrichten. Wenn sie auf Ihr Gebäude aufschlagen, führt das bei einigen Materialien zu Dellen und Verbiegungen – im schlimmsten Fall können sie sogar durchlöchert werden. Wird die Gebäudehülle undicht, kann Wasser eintreten und hohe Folgeschäden verursachen.

So schützen Sie Ihr Gebäude

Beugen Sie Schäden vor und verwenden Sie bei Bau und Reparaturen hagelgeprüfte Materialien und Bauteile. Schützen Sie besonders empfindliche und exponierte Bauteile wie Kunststoffoberlichter usw. mit Gittern oder Schutzglas. Und ziehen Sie bei Hagel die Storen hoch: Moderne Glasfenster sind viel hagelresistenter als Storen. Weiter zum online Naturgefahren-Check.

Unterschiedliche Hagelgefährdung je nach Region

Hagelgefährdungskarten zeigen, wie häufig an einem beliebigen Gebäudestandort in der Schweiz mit welcher Hagelintensität gerechnet werden muss.

Karte Wiederkehrperiode 50 Jahre

Mindestens einmal in 50 Jahren ist pro Gebäudestandort mit Hagelkörnern gleich oder grösser als die pro Region angegebene Hagelkorngrösse zu rechnen.

Karte Wiederkehrperiode 100 Jahre

Mindestens einmal in 100 Jahren ist pro Gebäudestandort mit Hagelkörnern gleich oder grösser als die pro Region angegebene Hagelkorngrösse zu rechnen.

Karte Wiederkehrperiode 300 Jahre

Mindestens einmal in 300 Jahren ist pro Gebäudestandort mit Hagelkörnern gleich oder grösser als die pro Region angegebene Hagelkorngrösse zu rechnen.

Hinweis

Die Karten berücksichtigen nur Hagelereignisse bis ins Jahr 2004. Besonders in der Westschweiz sind aber seither einige heftige Hagelunwetter aufgetreten (2005, 2009, 2013), so dass die Karten die Gefährdung in diesem Gebiet möglicherweise unterschätzen. Die VKF rät daher, in der Westschweiz für die Wiederkehrperiode 50 Jahre von einer um eine Stufe höheren Gefährdung auszugehen.

Erläuterungen zu den Hagelgefährdungskarten

Als Grundlage wurden Wetterradardaten und langjährige Zeitreihen der Wetterlagen verwendet. Dazu wurde die Schweiz in elf Klimazonen eingeteilt. Nördlich der Alpen sind dies Jura-Ost und -West, Mittelland-Ost, -Zentrum und -West und Alpen-Ost, -Zentrum und -West. Je eine eigene Zone bilden das Tessin, das Wallis und Graubünden.

Für die Erarbeitung der Hagelgefährdungskarten standen Radardaten von 1992 bis 2004 für die Alpennordseite und von 1996 bis 2004 für die Alpensüdseite zur Verfügung. Zusätzliche Informationen wurden von einem Forschungsradar der ETHZ geliefert, mit dem von 1992 bis 1996 alle starken Hagelzellen im Umkreis von 100 km detailliert erfasst wurden. Die relativ kurzen Zeitreihen von 9 beziehungsweise 13 Jahren wurden mit einer 120-jährigen Beobachtungsreihe (1881–2001) einer Klassifikation von europäischen Grosswetterlagen (nach Hess / Brezowksy) verlängert und die Anzahl Hagelstürme entsprechend den Anteilen an den Wetterlagen korrigiert.

Interpretation der Hagelgefährdungskarten

Die drei nachfolgend aufgeführten Gefährdungskarten geben einen Überblick über die zu erwartenden Intensitäten, unterteilt nach Mindestkorngrössen für die Wiederkehrperioden 50, 100 und 300 Jahre.

Für die jeweiligen Gefährdungszonen gilt, dass an einem beliebigen Gebäudestandort mindestens einmal in der angegebenen Wiederkehrperiode mit Hagelkörnern der angegebenen Grösse oder mehr zu rechnen ist. So sind im zentralen und östlichen Mittelland sowie im östlichen Jura für einen Gebäudestandort jedes Jahr Hagelkörner mit mindestens 1 cm Durchmesser zu erwarten. Körner mit mindestens 2 cm Durchmesser fallen durchschnittlich alle fünf Jahre, 3 cm grosse Körner alle 20 Jahre und 4 cm grosse alle 100 Jahre. Diese drei Zonen gehören zu den am stärksten gefährdeten. Das Wallis und Graubünden sind am wenigsten von Hagelunwettern betroffen; pro Gebäudestandort fallen in Graubünden alle 10, im Wallis nur alle 20 Jahre Hagelkörner mit mindestens 1 cm Durchmesser. 2 cm grosse Körner sind dort pro Standort nur alle 250 beziehungsweise 100 Jahre zu erwarten.