Schutz von Versorgungseinrichtungen

Trinkwasserversorgung

Die Hauptleitung der Trinkwasserzufuhr zu Gebäuden ist in der Regel mit einem Filter versehen. Eine Überschwemmung kann diese beschädigen oder vollständig verstopfen und die Trinkwasserzufuhr unterbinden. Ordnen Sie darum die Filter über der maximalen Überschwemmungshöhe und einfach zugänglich an.

Stromversorgung

Folgende Massnahmen erhöhen die Funktionstüchtigkeit der Elektrizitätsversorgung bei nicht wasserdichten Gebäuden:

  • Anordnung von Hauptschalter, Mess-, Verteil- und Regeleinrichtungen über der maximalen Überschwemmungshöhe.
  • Getrennte Leitungsführung zur Versorgung von Gebäudeteilen unterhalb bzw. oberhalb der maximalen Überschwemmungshöhe.
  • Automatische Netzabtrennung von Verteilleitungen in überschwemmungsgefährdeten Geschossen.

Bei grossen Gebäuden, aus denen im Katastrophenfall Personen oder Sachgüter evakuiert werden müssen (z.B. Untergeschosse bei Spitälern, Gewerbe- und Industriebetrieben, Tiefgaragen u.a.), ist eine netzunabhängige Notstrombeleuchtung wichtig.

Die oben genannten Massnahmen gelten in ähnlicher Weise auch für die Gasversorgung (siehe Regelwerke des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches SVGW und die Richtlinie VDI 6004 (2006)).

Verankerung von Öltanks

Planen Sie Öltankanlagen oberhalb der maximalen Überschwemmungshöhe (auch das Entlüftungsrohr!). Damit verhindern Sie grosse Schäden an Gebäude und Umwelt durch freigesetztes Öl und stellen den Betrieb während und nach einer Überschwemmung sicher. Falls eine erhöhte Anordnung nicht möglich ist, muss das Öl zwingend wasserdicht und auftriebssicher gelagert werden. Zudem müssen der Tank und die Zu- und Abflussleitungen dem äusseren Wasserdruck (Beulen) standhalten. Die Zuleitung zum Ölbrenner ist mit einem Ventil zu versehen, das bei Wasseransammlung auf dem Boden des Heizungsraumes automatisch schliesst.

Massnahmen bei Energieholzlagerung

Pellets und Holzschnitzel quellen im Kontakt mit Wasser auf. Der dabei entstehende Druck kann zu Schäden am Lagerraum führen. Das Lagergut selbst wird durch die Vernässung unbrauchbar und verschmutzt den Lagerraum. Planen Sie deshalb Energieholzlager nach Möglichkeit oberhalb der maximalen Überschwemmungshöhe. Wenn dies nicht möglich ist, sind Energieholzlager wasserdicht auszugestalten und gegen Auftrieb zu sichern. Alternativ können mögliche Schäden am Lagerraum mit nasser Vorsorge minimiert werden (z.B. Öffnungen/Sollbruchstellen vorsehen, durch die das Lagergut austreten kann oder reduzierte Füllung des Lagers).

Rückstauschutz der Kanalisation: Bei Kanalisationsleitungen ist der Schutz vor einem Rückstau resp. Rückfluss die wichtigste Massnahme. Die Anordnung von Rückflusssperren kann auch bei Gebäuden ausserhalb von überschwemmungsgefährdeten Gebieten sinnvoll sein. Sie verhindern damit eine «innere Überschwemmung» des Gebäudes.

Fluchtwege

Stellen Sie sicher, dass Gebäudebereiche unterhalb der maximalen Überschwemmungshöhe über Treppen oder Leitern verlassen werden können. Bei Gebäuden mit nur einem Stockwerk sollte der Aufstieg auf das Dach möglich sein.

Massnahmen an Aufzugsanlagen

Bei Personen- und Warenliften ist darauf zu achten, dass sich die Ruheposition dieser Anlagen oberhalb der maximalen Überschwemmungshöhe befindet. Wasseransammlungen im Liftschacht sollen mittels Sensor eine Alarmmeldung auslösen und den Betrieb einstellen.

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