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Das können Sie tun, um Ihr Gebäude zu schützen

Klappen sie hier die Empfehlungen auf und passen Sie bei Bedarf die Kriterien im oben stehenden Auswahlmenü auf Ihr Bauvorhaben an.

Wieviel Schutz braucht das Gebäude?

  • Legen Sie für Ihr Bauprojekt Schutzziele fest. Nur wenn Sie wissen, gegen welche Naturgefahren und wie gut Sie das Gebäude schützen wollen, können Sie geeignete Massnahmen treffen.

  • Je früher in der Planung Sie den Schutz vor Naturgefahren berücksichtigen, desto eher lassen sich ästhetisch ansprechende und kostengünstige Lösungen realisieren.

  • Vorsicht: Jedes Gebäude ist starkem Regen, Hagel oder Sturm ausgesetzt und entsprechend zu schützen!

    Informieren Sie sich anhand der Gefahrenkarten über die Gefährdung am Standort und treffen Sie entsprechende Schutzmassnahmen für Ihr Bauprojekt.

  • Die Gefährdungskarte Oberflächenabfluss Schweiz hat keine Rechtsverbindlichkeit. Sie ist eine fachtechnische Grundlage und hat hinweisenden Charakter.

    Die Gefährdungskarte Oberflächenabfluss gibt Auskunft, wo bei starkem Regen Wasser abfliesst und wo es sich aufstauen kann, z.B. in Mulden oder an Hindernissen. Sie bietet einen Überblick über mögliche Gefahren und allfällige Risiken. Weil es sich bei der Gefährdungskarte um ein reines Modellierungsprodukt handelt, ist die korrekte Interpretation mit einer Plausibilisierung der Abflusswege vor Ort entscheidend. Kleinstrukturen wie Trottoir-Ränder oder Stellriemen, aber auch Unterführungen oder Durchlässe sind im Modell nicht berücksichtigt. Weiterführende Informationen: 

    Webseite des BAFU zur Gefährdungskarte Oberflächenabfluss

    Typische Gefährdungsbilder und Schäden bei Regen und Oberflächenabfluss

    grosse Kartenansicht in neuem Browserfenster öffnen

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  • Für gewisse Naturgefahren geben Normen und gesetzliche Vorgaben das Schutzziele vor. Erkundigen Sie sich frühzeitig bei Gemeinde, Kanton und Versicherungen.

    Definieren Sie die Schutzhöhe, bis zu welcher das Gebäude vor Wassereintritt geschützt werden soll. Die entsprechenden Formeln zur Ermittlung der Einwirkungen finden Sie hier.

  • Die Fachstellen im Standortkanton helfen Ihnen gerne weiter. Auch ortskundige Personen wie Förster oder Angehörige der Feuerwehr können oft Auskunft geben über vergangene Ereignisse und Schäden.

  • Beispiel: Oft endet die berechnete Sturmsicherheit beim Tragwerk des Daches. An die normgerechte Befestigung der Dachziegel wird nicht mehr gedacht.

    Schutzmassnahmen gegen Hagel, Schnee, Sturm, starken Regen oder Erdbeben sind für jedes Gebäude relevant und durch Normen und Richtlinien definiert. Verlangen Sie von Ihren Baupartnern die vollständige Umsetzung dieser Baunormen «bis zur letzten Schraube» und verwenden Sie die Checkliste zur Umsetzungsvereinbarung.

Welche Massnahmen Sie treffen können...

  • Hagelschutz: Strategien für Neubauten

    Schutz durch hagelresistente Materialien für Dach und Fassade

    Berücksichtigen Sie bei der Gebäudeausrichtung, dem Fassadenaufbau und den Entwässerungseinrichtungen die Einwirkung von Hagel und Starkregen. Verwenden Sie ausschliesslich hagelresistente Materialien für Dach und Fassade. Nutzen Sie das Hagelregister als Entscheidungshilfe (Empfehlung: mind. Widerstandsfähigkeit HW3 wählen).

    Schutz durch Dachüberstände

    Dachüberstände vermindern den direkten Hagelanprall an die Fassade.

    Mit Klick auf diese Schaltfläche werden Videos von YouTube auf der gesamten Website eingebettet. YouTube kann diesfalls Daten über Sie sammeln.

  • Beachten Sie bei der Massnahmenwahl besonders auch, ob Personen gefährdet sind.

    Strategien zum Schutz vor Regen und Hochwasser bei Neubauten

    Die Kombination der folgenden Massnahmenstrategien kann Neubauten wirkungsvoll vor starkem Regen (Oberflächenabfluss) und Hochwasser schützen (Gefährdungsbilder Regen und Hochwasser).

    Schutz durch Wahl des Gebäudestandorts
    Wählen Sie ein Grundstück, das nicht durch Hochwasser gefährdet ist (Gefahrenkarten) und konsultieren Sie die Gefährdungskarte Oberflächenabfluss. Meiden Sie  beispielweise Mulden und Rinnen, in denen sich Wasser sammeln kann.

    Schutz durch Terraingestaltung
    Gestalten Sie das Terrain so, dass das Wasser abfliesst und sich nicht am Gebäude aufstaut.

    Schutz durch erhöhte Anordnung
    Platzieren Sie das Gebäude erhöht, so dass kein Wasser eintreten kann.

    Schutz durch Abdichtung und hoch angeordnete Öffnungen
    Eine dichte Gebäudehülle und genügend hoch angeordnete Öffnungen schützen vor Wassereintritt.

  • Achten Sie darauf, dass das Gefälle des Terrains vom Gebäude wegführt.

    Konzeptionelle Massnahmen zur Bewältigung von Oberflächenwasser

    Erster Schritt: Schätzen Sie ab, von wo wie viel Wasser oberflächlich zufliessen kann. Die Pflicht zum Aufnehmen von oberflächlich zufliessendem Wasser ist im Schweizerischen Zivilgesetzbuch (ZGB, Art. 689) verankert. Hinweis: Schutzmassnahmen dürfen die Gefährdung von benachbarten Grundstücken nicht wesentlich erhöhen.

    Es stehen folgende Massnahmenvarianten zur Wahl – oft auch in Kombination:

    • Retention: Retentionsmulden
    • Versickerung: Versickerungsmulden, Versickerungsschächte in den Untergrund
    • Durchleiten: Abflusskorridore über das Grundstück
    • Sammeln und Abführen: Sammelrinnen und –schächte und Meteorleitungen
    • Abschirmen: Dämme / Sperren um das Gebäude herum

    Zweiter Schritt: Ermitteln Sie die auf dem Grundstück anfallende Wassermenge. Beziehen Sie dabei auch den Überlastfall von Dachentwässerungen ein.

    Dritter Schritt: Erarbeiten Sie ein Massnahmenkonzept, mit dem sich das Gebäude vor dem gesamten Wasser schützen lässt. Planen Sie dabei auch die Fliessrichtung und -geschwindigkeit und den damit verbundenen Wellengang (Geschwindigkeitshöhe) mit ein. Ebenso zu berücksichtigen ist eine Überlastung der Entwässerung und Kanalisation (Überlastfall) – stauendes Wasser darf nicht ins Gebäude eintreten.

    Bemessung der Retentions- und Versickerungsbauwerke: Richtlinie zur Versickerung, Retention und Ableitung von Niederschlagswasser in Siedlungsgebieten (VSA 2002).

  • Terraingestaltung: bestimmt den Verlauf des oberflächlich abfliessenden Wassers. Beziehen Sie den Wasserabfluss konsequent in Ihre Planung ein. So verhindern Sie, dass Wasser an die Gebäudehülle und ins Gebäude selbst gelangt.

  • Hang- und Platzentwässerung

    Berücksichtigen Sie bei der Planung der Entwässerung das oberflächlich zufliessende Wasser von angrenzenden Flächen. Zudem ist bei starkem Regen mit einem Überschiessen des Dachabflusses zu rechnen. Dieses Wasser muss zusätzlich über die Platzentwässerung abgeleitet werden und stellt einen Überlastfall dar.

    Oberflächenwasserzufluss von Steilböschung nach langanhaltenden Niederschlägen. Einbau einer Sickerleitung mit Schachtöffnung angrenzend an eine ansteigende Wieslandfläche (Bild rechts).

    Blätter, Zweige oder Hagelkörner können Platzentwässerungen verstopfen (Rückstau). Sehen Sie deshalb Entwässerungsabläufe mit grossem Durchmesser und erhöhten Siebaufsätzen vor. Da bei starkem Regen die Kanalisation oft überlastet ist, darf auch aufstauendes Wasser keine Schäden zur Folge haben. Besonders bei hohem Schadenpotenzial sind bauliche Massnahmen erforderlich, um eine Verstopfung der Entwässerungsöffnungen resp. den Wassereintritt ins Gebäude zu verhindern.

  • Widerstandsfähige Gebäudehülle - Hagelregister

    Wählen Sie hagelresistente Materialien, um Schäden an der Gebäudehülle durch Hagel zu verhindern. Konsultieren Sie dazu das Hagelregister. Ähnlich dem Brandschutzregister enthält es Produkte und Bauelemente, die auf ihren Hagelwiderstand geprüft und zertifiziert worden sind. Empfehlung: Wählen Sie Materialien und Materialkombinationen mit minimalem Hagelwiderstand HW3. Auch die Reparaturfähigkeit resp. Ersetzbarkeit einzelner Gebäudehüllenelemente sollte gewährleistet sein.

    Die Kantonale Gebäudeversicherung gibt Auskunft über den aktuellen Stand und die Verbindlichkeit des Registers.

    Klassen des Hagelwiderstands

    Die Hagelwiderstandsklassen orientieren sich nach denselben Grenzen der Hagelkorngrösse, wie für die meteorologisch-klimatologische Analyse der Hageldaten. Generell wird HW3 als minimaler Hagelwiderstand empfohlen. Dies bedeutet, dass ein Bauprodukt den Anprall eines Hagelkorns von 3 cm Durchmesser ohne Schaden übersteht.

    Hagelwiderstandsklassen

    Funktionen der Bauteile

    Ein Bauteil kann eine oder mehrere Funktionen erfüllen. Die häufigsten sind: Wasserdichtheit, Aussehen, Lichtabschirmung, Lichtdurchlässigkeit und Mechanik. Je nach Funktion, kann jedes Bauteil in unterschiedliche Hagelwiderstandsklassen eingeteilt werden.

    Weitere Informationen zu den Schadenarten und -ursachen sowie typischen Gefährdungsbildern bei Hagel: Rubrik Naturgefahren

  • Hagelschutz für Zusatzelemente

    Zusatzelemente sind Bauteile bzw. Aufbauten wie Klimaanlagen, Antennen, Energiegewinnungsanlagen (PV und Solarthermie) und die zugehörige Steuerungs- und Messsensorik, die im Aussenbereich von Gebäuden angebracht sind. Schützen Sie auch diese Elemente vor Hagelschlag. Wählen Sie Materialien und Materialkombinationen, die Hagel schadlos standhalten (min. Hagelwiderstand HW3, siehe Hagelregister). Auch die Reparaturfähigkeit resp. Ersetzbarkeit von einzelnen Zusatzelementen sollte gewährleistet sein, damit nicht der gesamte Aufbau ersetzt werden muss.

  • Hagelwiderstand für Ziegel und Betondachsteine

    Ziegel und Schindeln erleiden durch Hagelschlag Strukturschäden (Schadenarten/-Ursachen). Bei Tonziegeln/Betondachsteinen können mit steigender Hagelkorngrösse folgende Schäden beobachtet werden: Mikrorisse, Makrorisse, Absplitterungen Ziegeloberseite, Absplitterungen Ziegelunterseite, Perforation und Bruch.

    Der Hagelwiderstand steigt mit zunehmender Dicke und Materialqualität.

    Bandbreiten des Hagelwiderstands von Ziegeln und Betondachsteinen

    Reparatur 

    Ziegel und Schindeln können nach einem Hagelschlag nur bedingt repariert werden. Im Vordergrund steht der Ersatz der beschädigten Elemente oder eine Neueindeckung.

  • Hagelwiderstand von Faserzementplatten

    Faserzementplatten erleiden durch Hagelschlag Strukturschäden (Schadenarten/-Ursachen). Mit steigender Hagelkorngrösse können folgende Schäden beobachtet werden: Delle auf der Vorderseite, Riss auf der Rückseite, Materialabplatzung auf der Rückseite, Perforation.

    Der Hagelwiderstand steigt mit zunehmender Dicke und Materialqualität.

    Bandbreiten des Hagelwiderstands für Faserzementplatten

    Reparatur

    Faserzementplatten können nach einem Hagelschlag nicht repariert werden. Im Vordergrund steht der Ersatz der beschädigten Elemente oder die Neueindeckung.

  • Hagelwiderstand von Abdichtungsbahnen

    Freiliegende Dichtungsbahnen erleiden durch Hagelschlag Strukturschäden (Schadenarten/-Ursachen). Mit steigender Hagelkorngrösse und zunehmendem Alter der Bahnen können folgende Schäden beobachtet werden: Perforation, Riss.

    Für Abdichtungsbahnen liegt gemäss SIA 271 und gemäss SN EN 13583 (Bitumen-, Kunststoff- und Elastomerbahnen für Dachabdichtungen, Bestimmung des Widerstandes gegen Hagelschlag) ein genormter Widerstandstest gegen Hagelschlag vor.

    Bandbreiten des Hagelwiderstands für Abdichtungsbahnen

    Typische Schäden an Dachhautabspannungen

    Bei bekiesten Flachdächern trifft man oft auf An- und Abschlüsse, bei denen sich die aufgeklebte Dachhaut aus Kunststoff-Dichtungsbahnen abgelöst hat und sich mehr oder weniger weit vom Anschluss zur Dachfläche hin abgespannt oder gar unter dem Deckstreifen hervorgerissen ist.

    Infolge Alterung werden Kunststoff-Dichtungsbahnen spröde und ihr Ausdehnungskoeffizient wird grösser. Alterung von Weich-PVC-Dichtungsbahnen zeigt sich durch Verlust an weichmachenden Komponenten. Es entstehen Abspannungen in den Gebäudeecken und entlang von Aufbordungen. Bei niedrigen Aussentemperaturen ziehen sich deshalb gealterte Dichtungsbahnen relativ stark zusammen. Dichtungsbahnen lösen sich dadurch von ihren Abschlüssen ab. Es entstehen gut sichtbare Abspannungen, an denen die Dichtungsbahn nicht geschützt ist. In den Gebäudeecken und entlang von Aufbauten oder Oberlichtern bilden sich Falten, Wulste oder andere Hohlräume.

    Der Zeitpunkt für eine Erneuerung der Kunststoff-Dichtungsbahn ist nun gekommen. Um Schäden dieser Form zu vermeiden ist eine Unterhaltskontrolle erforderlich. Eine jährliche Kontrolle des Flachdaches ist empfohlen.

    Reparatur

    Kleine Risse können provisorisch durch aufgeklebte Flickstücke desselben Materials repariert werden, sofern die Alterung des Materials dies noch erlaubt. Bei der Sanierung von Abspannungen muss das zufolge Kältekontraktion im Randbereich fehlende Material durch neue Randstreifen ersetzt werden. Zur Verhinderung erneuter Abspannungen empfiehlt sich eine mechanische Randbefestigung.

  • Hagelwiderstand von Membranen

    Membranen erleiden durch Hagelschlag Form- und Strukturschäden (Schadenarten/-Ursachen). Mit steigender Hagelkorngrösse können folgende Schäden beobachtet werden: Dellen, Perforation. Membranen sind insbesondere empfindlich hinsichtlich Hagelkörnern mit kantig/wulstiger Form. Diese hinterlassen Dellen und führen zur Perforation.

    Reparatur

    Kleinere Dellen können sich etwas zurück bilden. In grösseren Dellen kann sich im Verlauf der Zeit Schmutz ablagern. Perforierte Membranen können mit Klebestreifen aus geeignetem Material repariert oder ausgetauscht werden.

    Objektschutz

    Es bestehen folgende Möglichkeiten:

    • Verwendung widerstandsfähiger, hagelgeprüfter Materialien für die äusserste Schicht
    • Zusätzliche Membrane als Verschleissschicht zum Schutz der Gesamtkonstruktion (Überprüfung und ggf. Reparatur/Ersatz nach Hagelschlag!)
    • Installation einer Hagelschutzeinrichtung (z.B. Hagelschutznetz, Anforderungen zum Schutz vor Schneedruck und Wind abklären!).
  • Hagelwiderstand lichtdurchlässiger Kunststoffprodukte

    Als lichtdurchlässige Kunststoffprodukte werden folgende Materialien angeboten: Acrylglas (PMMA), Polycarbonat (PC), Polyvinylchlorid (PVC), Pet G und Glasfaserverstärktes Polyester (GF-UP). Lichtdurchlässige Kunststoffprodukte erleiden durch Hagelschlag Strukturschäden (Schadenarten/-Ursachen). Mit steigender Hagelkorngrösse können folgende Schäden beobachtet werden: Mikroverstreckung (nur bei PMMA schlagzäh), Delamination (Schichttrennung), Sternriss, Perforation.

    Bandbreiten des Hagelwiderstands für Kunststoffprodukte

    Empfohlen wird ein freiwilliger Nachweis des Hagelwiderstandes von Lichtbändern gemäss SN EN 1013-1. Grundsätzlich steigt der Hagelwiderstand mit zunehmender Materialstärke.

    Reparatur 

    Eine Reparatur mit aufgeklebten Flickstücken desselben Materials ist möglich. Aus ästhetischen und wirtschaftlichen Gründen wird eine solche Reparatur nur bei vereinzelten Strukturschäden an einer Fassade angewandt.

    Objektschutz 

    Der Hagelwiderstand der Produkte steigt mit zunehmender Materialstärke. Der Hagelwiderstand und das Langzeitverhalten sind von den Herstellern nachzuweisen. Objektschutz ist auch durch vergütete Materialien (PC mit Anti-UV- Beschichtung) oder mit Schutzeinrichtungen (PMMA mit Gitter oder Netz) möglich. Vertikal gerichtete Verkleidungen sind unempfindlicher gegenüber Kantenschäden als horizontal gerichtete Verkleidungen.

  • Hagelwiderstand von Glas

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    Häufig verwendete Verglasungsarten: Einfachgläser, Draht- und Einscheibensicherheitsglas (ESG). mehrschichtiges Glas, Isolierglas und Verbundsicherheitsglas (VSG).

    Bandbreiten des Hagelwiderstands für Glas

    Reparatur

    Der vollflächige Ersatz von Scheiben ist notwendig.

    Objektschutz

    Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte in Europa zeigen, dass bei der Verwendung der äusseren Scheibe in Einscheibensicherheitsglas (ESG) eine hohe Sicherheit gegen Glasbruch infolge Hagelschlag gegeben ist, wenn die Glasdicke mind. 4 mm beträgt. Für die Bemessung der Glasdicke der Scheibe gelten folgende Ansätze:

    • Belastung nach SIA 261 und 261/1 für Wind und Schnee entsprechend der Schräglage
    • Ansatz für zulässige Biegespannung (schrägliegende Scheiben) 18 N/mm2 für normales Glas, für teilvorgespanntes Glas 25 N/mm2und für ESG 50 N/mm2
    • zum Schutz gegen Hagelschlag die äussere Scheibe mit der wie oben ermittelten Glasdicke (für Floatglas) in Einscheibensicherheitsglas, die innere Scheibe aus Verbundsicherheitsglas (VSG)

    Grundsätzlich ist bei der Planung auf ein einen möglichst einfachen Ersatz zu achten. Überdimensionierte Scheiben, die nachträglich nicht mehr durch die Gebäude, bzw. sich auch von aussen nur mit hohem Aufwand einbauen lassen, sind zu vermeiden.

    Vordächer aus Glas sind bei Rahmenlagerung aus VSG und bei punktueller Lagerung aus Teilvorgespanntem Glas (TVG) zu wählen.

  • Hagelwiderstand von Holz

    Holzverkleidungen erleiden durch Hagelschlag Farbschäden und Strukturschäden (Schadenarten/-Ursachen).

    Mit steigender Hagelkorngrösse können folgende Schäden beobachtet werden: Abschlagen der natürlichen Vergrauung oder Abschlagen des Farbanstriches, Delle, Riss, Perforation. Die Ausprägung einer Hageleinwirkung auf die Oberfläche eines Holzkörpers wird durch eine Vielzahl von Parametern beeinflusst: Holzart, Schnittrichtung des Holzes, Oberflächenrauigkeit, Oberflächenbeschichtung und Feuchtegehalt als holzspezifische Parameter. Holz zeigt naturgegeben eine grössere Heterogenität im Erscheinungsbild der Oberfläche, was die visuelle Bewertung von Strukturstörungen nach dem Hagelbeschuss erschwert.

    Bandbreiten des Hagelwiderstands für Holz

    Reparatur 

    Fassaden aus unbehandeltem Holz sind unempfindlicher gegenüber Hagelschlag als Oberflächen mit Anstrichen. Farbliche Veränderungen und kleine Dellen an unbehandelten Holzfassaden stellen grundsätzlich keinen Schaden dar. Im Normalfall regeneriert sich eine unbehandelte Oberfläche durch natürliche Bewitterung von selbst. Allenfalls kann durch Bürsten der unbehandelten Oberfläche ein einheitliches Farbbild rascher wiederhergestellt werden. Abgeschlagene oder oberflächlich polierte Farbanstriche sind zu erneuern. Kleine Strukturschäden (abgeschlagene Kanten, Beulen) können bei ausreichendem Profil durch Schleifen repariert werden. Bei Rissen und Perforationen ist ein Elementersatz vorzusehen. Der Umfang der Erneuerung ist je nach Qualität des Farbanstrichs mehr oder weniger umfangreich.

    Objektschutz 

    Vertikal gerichtete Verkleidungen sind unempfindlicher gegenüber Kantenschäden als horizontal gerichtete Verkleidungen. Bei horizontal gerichteter Verkleidung ist insbesondere die Stülpschalung unempfindlich gegenüber Kantenschäden. Im Weiteren sind Vordächer zu empfehlen, welche die Fassade vor direktem Hagelschlag schützt.

  • Hagelwiderstand von Blechen

    Vollflächig auf harter Unterlage aufliegende Bleche erleiden Farb- und Formschäden (Schadenarten/Ursachen). Auf weicher Unterlage aufliegende Bleche und deren Verbindungen erleiden ebenfalls Farb- und Formschäden, können aber auch aufreissen. Ziegel/Schindelähnliche Bleche können Farb- und Formschäden erleiden. Es können aber auch undichte Verbindungen durch Deformation entstehen.

    Bezüglich der Dichtheit des Daches oder der Fassade zeigen aktuelle Versuchsreihen der VKF (mit den diversen Metallen, Oberflächen und Dicken), dass die Aussenhaut der Gebäudehülle dicht ist und bleibt. Die Gefahr, dass das Gebäude und seine Inhalte (Menschen, Möbel, Einrichtungen, elektronische Anlagen) einen Schaden erleiden ist somit vernachlässigbar. Die nachfolgenden Bilder zeigen somit nur Beeinträchtigungen für das Aussehen der Bauteile nach dem Hagelaufprall, während die Funktionstüchtigkeit der Gebäudehülle nicht in Frage gestellt ist.

    Bandbreiten des Hagelwiderstands für Bleche

    Reparatur

    Farbveränderungen in der Art des Abschlagens der Auskreidung können allenfalls durch das Reinigen der Oberfläche behoben werden. Sie stellen grundsätzlich keinen Schaden dar. – Allenfalls ist ein Elementersatz hierbei die kostengünstigere Lösung. Farbveränderungen werden ersetzt bzw. mittels Neubeschichtung behoben.

    Objektschutz

    Der Hagelwiderstand von Blechen steigt mit zunehmender Materialsteifigkeit (Elastizitätsmodul) und Materialstärke (Blechdicke). Vertikal gerichtete Verkleidungen sind unempfindlicher gegenüber Kantenschäden als horizontal gerichtete Verkleidungen.

    Blechfassaden sind allenfalls zusätzlich durch ausreichende Vordächer zu schützen oder können mittels vorgesetzter Schutzeinrichtungen geschützt werden. Vordächer schützen generell die Fassade und seine Fenster. Im modernen, kubischen Bau wird heute breitflächig ohne Vordach gebaut. Der HW-Wert für Aussehen wird deshalb heute bei modernen Fassaden vermehrt beachtet. Wie beim Dach sind höhere Ansprüche auch in der Fassade bei anspruchsvollen Architekturbauten durch geeignete Werkstoffwahl und -dicke bestimmbar und erfüllbar. Dies ist bei exponierten Bauteilen von Bedeutung; bei geschützten Fassaden verliert dieser Wert an Wichtigkeit, da die Fassade nicht beeinträchtigt wird.

  • Hagelwiderstand von Putz

    Im Folgenden wird unterschieden zwischen Putz auf festem Untergrund und Putz auf Aussendämmung.  

    Putze erleiden durch Hagelschlag Dellen, Farb- und Strukturschäden (Schadenarten/-Ursachen). Mit steigender Hagelkorngrösse können folgende Schäden beobachtet werden: Farbabschlagen, Delle, Riss im Putz, Aufplatzen des Putzes bis zur Freilegung des Armierungsgitters.

    Bandbreiten des Hagelwiderstands von Putz

    Schwere Fassadenschäden nach Hagelschlag

    Reparatur 

    Bei grossflächigen Schäden mit Undichtheit ist ein Ersatz des Putzes notwendig. Bei kleinflächigen Schäden mit Undichtheit und bei Farbschäden steht die Reparatur des bestehenden Putzes im Vordergrund. Bei Haarrissen kann mittels Wartungsanstrich gedichtet werden. Bei durchgehenden Rissen (Ober- und Unterputz) ist der Putz zu ersetzen.

    Objektschutz 

    Der Hagelwiderstand des Putzes ist insbesondere bei Verwendung einer Aussenisolation vom Hersteller nachzuweisen und eventuell auch am Objekt zu verifizieren.

  • Hagelwiderstand von Storen und Rolläden (Abschlüsse)

    Abschlüsse erleiden durch Hagelschlag Formschäden und Funktionsschäden (Abreissen der Zugbänder). Mit steigender Hagelkorngrösse können folgende Schäden beobachtet werden: Dellen, Verbiegung, Perforation (nur bei Kunststoffprodukten).

    Bandbreiten des Hagelwiderstands für Storen und Rollläden

    Reparatur

    Im Vordergrund steht der Ersatz des gesamten Abschlusses, wobei der motorische Antrieb nicht in jedem Fall ausgewechselt werden muss. Je nach Produkt ist der Ersatz einzelner beschädigter Lamellen möglich. Der erschwerte Zugang zu den beschädigten Abschlüssen verursacht bei mehrstöckigen Gebäuden oft einen erheblichen Aufwand (Gerüst).

    Objektschutz

    Der Hagelwiderstand steigt mit zunehmender Materialstärke. Das Hochziehen von Storen und Rolläden vor dem Hagelschlag stellt einen temporären Objektschutz dar. Die Anordnung von Storen und Rolläden hinter Glas oder Textilvorhang stellt einen permanenten Objektschutz gegen Hagel dar.

  • Hagelwiderstand für Aussenanlagen / Solarkollektoren

    Thermische Solarkollektoren
    Bandbreiten des Hagelwiderstands für PV-Module
  • Ein Vordach bei einem Gebäude schützt die Fassaden sowie die Fenster gegen Witterungseinflüsse und damit gegen Alterung und Schäden. Vollständiger Schutz gegen Hagel und Starkregen ist zwar selbst mit Vordach nicht möglich. Es reduziert aber die Häufigkeit der Durchnässung – ein wichtiger Aspekt, für die dauerhafte Schutzfunktion der Fassade.

    Dachüberstannd und Vordach: Permanenter Schutz vor Hagelschlag
    Dachüberstannd und Vordach: Permanenter Schutz vor Hagelschlag
  • Permanente Schutzeinrichtung: Schutzgitter und Schutznetze

    Hagelschutzgitter schützen empfindliche Materialien wirksam und dauerhaft.

    Schutznetze über Treibhäusern bieten während der Hagelsaison einen temporären Hagelschutz.

  • Moderne Fensterscheiben sind deutlich widerstandsfähiger als Storen.

    Kostenloses Tool «Hagelschutz - einfach automatisch»: Storen werden durch ein Alarmsignal automatisch hochgezogen. Weitere Informationen: Vereinigung Kantonaler Gebäudeversicherungen (VKG).

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  • Lage des Erdgeschosses und von Öffnungen

    Planen Sie Gebäudeöffnungen nach Möglichkeit über der maximalen Überschwemmungshöhe (bei dynamischer Überschwemmung Geschwindigkeitshöhe berücksichtigen!). Sehen Sie geeigneten Schutz insbesondere auch vor bei: Lichtschächten, Fenstern, äusseren Treppenabgängen, Aussentüren, Lüftungsschächten und Leitungsdurchführungen.

    Türsituation: Die Rückstauebene (blauer Pfeil) darf das Niveau der Türöffnung nicht erreichen. Das Gefälle soll vom Gebäude wegführen.

    Fenstersituation: Die Rückstauebene (blauer Pfeil) darf das Niveau der Fensteröffnung nicht erreichen.

    Lichtschachtsituation: Die Rückstauebene (blauer Pfeil) darf das Niveau der Lichtschachtöffnung nicht erreichen. Der Lichtschacht kann bei ausreichender Untergrundentwässerung an seiner Sohle offen ausgebildet sein. Im Fall von drückendem Grundwasser ist der Lichtschacht als geschlossenes Becken dicht und auftriebssicher ans Gebäude anzuschliessen.

  • Abdichtungs- und Verstärkungsmassnahmen zum Schutz von Öffnungen

    Permanente Vorkehrungen: Wasserdichte, verstärkte Türen und Fenster schützen permanent vor Wassereintritt (Vanomsen, 2011). Türen sind von aussen anzuschlagen. Bei Fenstern muss der Wasserdruck über die Scheibe auf den Rahmen und von diesem auf die angrenzende Konstruktion abgetragen werden können.

    Tabelle: Bemessung von Fenstern bei statischer Überschwemmung (Fliessgeschwindigkeit < 1 m/s)

    Bei Fliessgeschwindigkeiten ≥ 1 m/s sind angeströmte Fenster höheren Drücken und ggf. dem Anprall von Treibgut und Geschiebe ausgesetzt. Mittels Sprossen, Prallplatten oder Dammbalken können Sie solche Fenster schützen (Empfehlungen zum Schutz vor Murgang).

    Achtung! Türen, Tore und Fenster die dem Wasserdruck nicht standhalten, versagen oft schlagartig. Die Personengefährdung ist in solchen Fällen sehr hoch. Bei Garageneinfahrten eignen sich insbesondere Lösungen mit Klappschotts.

    Temporäre Vorkehrungen: Öffnungen lassen sich temporär mit Schutzschildern aus Metall- oder Holz schützen. Solche Massnahmen sind nur bei einer ausreichend langen Vorwarnzeit und klar geregelter Notfallorganisation sinnvoll, oder wenn sie permanent eingebaut sind. Bei Neubauten kann eine architektonisch befriedigende Lösung gefunden werden, indem Schutzschilde direkt unter den Öffnungen in die Fassade integriert sind, die im Ereignisfall hochgefahren werden können.

  • Trotz vermeintlich dichter Bauweise führt der Ausbau des Untergeschosses zu Wohnzwecken sehr oft zu undichten Stellen und damit zu Wasserschäden im Überschwemmungsfall!

    Abdichtung der Gebäudehülle

    Folgende Verfahren dienen der Abdichtung der Gebäudehülle (Eintrittswege von Wasser in Gebäude siehe Gefährdungsbilder Regen und Hochwasser):

    • Wasserdichte Betonkonstruktionen („weisse Wanne“)
    • Konstruktionen mit äusserer oder innerer Wassersperrschicht, Bitumenabdichtung („schwarze Wanne“)
    Tabelle: Eigenschaften der weissen und schwarzen Wanne
    Tabelle: Dichtigkeitsklassen der Gebäudehülle gemäss SIA 272
    Tauchpumpe

    Weitere Hinweise liefern die Normen SIA 270 «Abdichtungen und Entwässerungen - Allgemeine Grundlagen und Abgrenzungen», SIA 272 «Abdichtungen und Entwässerungen von Bauten unter Terrain und im Untertagbau» und SIA 274 «Abdichtung von Fugen in Bauten - Projektierung und Ausführung».

    Mit einer Tauchpumpe im Untergeschoss lässt sich allfällig durchsickerndes Wasser auspumen und damit das Restrisiko verringern.

  • Eingänge auf der strömungsabgewandten Gebäudeseite

    Ist aufgrund der Gefahrenquelle und der Topographie eine klare Fliessrichtung gegeben, z.B. auf einem Wildbachkegel, so sind die Eingänge auf der strömungsabgewandten Seite des Gebäudes anzuordnen. Für direkt angeströmte Aussenwände empfiehlt sich der Einsatz speziell geschützter Fenster. Strömungsparallele und strömungsabgewandte Aussenwände sind keinen dynamischen Drücken ausgesetzt. Die Abdichtungen bei Eingängen werden dadurch bedeutend geringer belastet.

  • Ausgestaltung und Lage von Lichtschächten

    Ordnen Sie den Lichtschacht erhöht an – allenfalls integriert in die Umgebungsgestaltung (z.B. als Sitzbank). Beachten Sie dabei die Auftriebsproblematik bei Lichtschächten, die wasserdicht ans Gebäude anschliessen.

    Oberkante des Lichtschachtes liegt unter der Rückstauebene

    • Variante A: Lichtschacht mit abgedichtetem und verschraubbarem Deckel (Normalzustand: verschraubt).
    • Variante B: Abschottung der tiefer liegenden Lichtschachtöffnung durch seitliche Mauern, welche bis zur Rückstauebene hochgezogen sind.
    • Variante C: permanentes Verschliessen des Lichtschachtes, z.B. mit Glasbausteinen.
  • Die angepasste Nutzung der Innenräume reduziert das Personen- und Sachrisiko von überschwemmungsgefährdeten Gebäuden erheblich. Das Personenrisiko lässt sich deutlich reduzieren, wenn in Untergeschossen keine Arbeits- oder Wohnräume eingerichtet sind. Zudem sollten Fluchtwege aus Untergeschossen nicht den Haupteintrittswegen des Wassers entlang führen. Vermeiden Sie generell wasserempfindliche Gegenstände oder technische Installationen in überschwemmungsgefährdeten Untergeschossen.

  • Materialwahl des Innenausbaus (Böden, Wände und Decken)

    Schäden an Fussböden treten auf, wenn das verwendete Material in grösseren Mengen Wasser adsorbiert, nicht resistent ist bei leicht saurem oder basischem Milieu oder undurchlässig ist und dadurch keine Verdunstung von Wasser aus dem Rohboden erlaubt. Weitere Schäden sind zu erwarten, wenn das Kontaktmedium zwischen Rohboden und Fussboden wasserlöslich ist.

    Tabelle Nässeempfindlichkeit von Fussböden
    Tabelle Nässeempfindlichkeit von Wänden und Decken
  • Dachentwässerung

    Die Bemessung der Dachentwässerung richtet sich normgemäss nach einem 5-10-jährlichen Regen. Berücksichtigen Sie deshalb die Konsequenzen des Überlastfalls, auch bei der Umgebungsgestaltung (Topographie, Lichtschächte etc.).

    Entwässerung Steildach
    Entwässerung Steildach

    Entwässerung Flachdach

    Planen Sie die Entwässerung von Flachdächern gemäss SIA-Norm 271 "Abdichtungen von Hochbauten" (Ausgabe 2007) und nach der Richtlinie Dachentwässerung (suissetec 2016). Die An- und Abschlüsse sind nach der SIA-Norm 271 auszuführen.

    Angeschwemmte Blätter, Zweige oder Hagelkörner können die Dachentwässerungen verstopfen und ein Einstauen von flach geneigten Dächern verursachen. Planen Sie Entwässerungsabläufe mit grossem Durchmesser und erhöhten Siebaufsätzen. Auch bei kleinen Dachflächen sind mindestens zwei Regenwasserabläufe einzubauen. Da bei starkem Regen die Kanalisation oft überlastet ist, darf auch allfällig aufstauendes Wasser keine Schäden zur Folge haben. Verhindern Sie mit konstruktiven Massnahmen ein Verstopfen der Entwässerung, besonders wenn mit grossen Schäden zu rechnen ist.

  • Mobile Abdichtung von Gebäudeöffnungen bieten nur dann guten Schutz, wenn diese fest installiert sind, zum Beispiel als Klappschott oder permanent eingebauter Dammbalken bei selten benutzten Eingängen.

  • Der gewonnene Raum unter dem Gebäude kann als Park- oder Freizeitfläche benutzt werden. Wenn Sie Wände oder einen Kern an Stelle von Stützen einsetzen, erhöhen Sie zudem die Erdbebensicherheit.

    Erhöhte Anordnung

    Die Höherlegung des Terrains über die Schutzhöhe stellt bei Neubauten in vielen Fällen die kostengünstigste und wirksamste Schutzmassnahme dar und belässt zudem viel gestalterischen Freiraum. Das Gebäude kann so gänzlich vor Wasser geschützt werden (Ausnahme: vertieft angeordnete Gebäudezugänge). Bei hohen Fliessgeschwindigkeiten muss die Anschüttung gegen Erosion geschützt werden.

  • Stellriemen und Mauern

    Bei beschränkten Platzverhältnissen kann Wasser mit Stellriemen und Mauern abgeleitet werden. Die Wirkungsweise ist dieselbe wie bei Erddämmen.

  • Zugang zu Untergeschossen

    Berücksichtigen Sie die Rückstauebene, wenn Sie die oberste Treppenstufe von Aussentreppen planen, die zu Untergeschossen führen. Beachten Sie zudem: Im Grundsatz sind zum Schutz vor starkem Regen immer permanente Lösungen vorzuziehen. Nur bei ausreichender Vorwarnzeit und einer funktionierenden Notfallorganisation können mobile Massnahmen solche Zugänge schützen.

    Zugang zu Untergeschossen
    Zugang zu Untergeschossen
  • Zufahrt zu tieferliegenden Garagen und Plätzen

    Bei Zufahrten zu tieferliegenden Garagen und Plätzen ist die Kenntnis der Rückstauebene wichtig. Mit Rampen können Sie verhindern, dass Wasser in die tieferliegenden Bereiche fliesst. Anfallendes Niederschlagswasser und überschiessendes Wasser von Dächern muss allenfalls mit Hebeanlagen abgeführt werden.

    Bevorzugen Sie stets permanente Schutzmassnahmen wie Dämme oder Rampen. Bei temporären Massnahmen wie einem wasserdichten Tor ist unter Umständen nicht gewährleistet, dass das Tor im Ereignisfall geschlossen ist. Zudem sind bei temporären Schutzmassnahmen regelmässige Kontrollen erforderlich, um ihre langjährige Funktionstüchtigkeit sicherzustellen.

  • Dämme und Rampen

    Mit Erddämmen lassen sich bestehende Gebäude vor Wasser schützen. Dieser Schutz stellt sehr oft eine landschaftsplanerisch gute Lösung dar. Das Wasser wird nach Möglichkeit entlang der Grundstücksgrenze abgeleitet. Beachten Sie, dass Dritte dadurch nicht zusätzlich gefährdet werden. Regenwasser, das zwischen Gebäude und Abschirmung anfällt, ist gemäss SN 592‘000 abzuführen.

    Permanente Schutzmassnahmen: Bei Dämmen und Mauern sind die üblichen Nachweise bezüglich Standfestigkeit, Kippen, Gleiten, Setzungen, äusserer und innerer Erosion, hydraulischem Grundbruch und Dichtigkeit zu erbringen. Leckwasser und unterströmtes Sickerwasser muss in Pumpensümpfen aufgefangen werden. Dies ist insbesondere in Gebieten mit langer Überschwemmungsdauer wichtig (vgl. Müller, 2013). Zudem ist ein Rückstau über die Kanalisationen zu verhindern.

    Temporäre Schutzmassnahmen: Wenn genügend Vorwarnzeit, eine zuverlässige Alarmierung und eine Notfallorganisation gegeben sind, können temporäre Vorkehrung vorgesehen werden. Dazu zählen hochziehbare oder hochklappbare Konstruktionen. Bei langer Vorwarnzeit können Sie zudem mobile Dammbalkensysteme, Sandsackdämme und Kombinationen davon als Notfallmassnahme einsetzen.

  • Schutz von Versorgungseinrichtungen

    Trinkwasserversorgung

    Die Hauptleitung der Trinkwasserzufuhr zu Gebäuden ist in der Regel mit einem Filter versehen. Eine Überschwemmung kann diese beschädigen oder vollständig verstopfen und die Trinkwasserzufuhr unterbinden. Ordnen Sie darum die Filter über der maximalen Überschwemmungshöhe und einfach zugänglich an.

    Stromversorgung

    Folgende Massnahmen erhöhen die Funktionstüchtigkeit der Elektrizitätsversorgung bei nicht wasserdichten Gebäuden:

    • Anordnung von Hauptschalter, Mess-, Verteil- und Regeleinrichtungen über der maximalen Überschwemmungshöhe.
    • Getrennte Leitungsführung zur Versorgung von Gebäudeteilen unterhalb bzw. oberhalb der maximalen Überschwemmungshöhe.
    • Automatische Netzabtrennung von Verteilleitungen in überschwemmungsgefährdeten Geschossen.

    Bei grossen Gebäuden, aus denen im Katastrophenfall Personen oder Sachgüter evakuiert werden müssen (z.B. Untergeschosse bei Spitälern, Gewerbe- und Industriebetrieben, Tiefgaragen u.a.), ist eine netzunabhängige Notstrombeleuchtung wichtig.

    Die oben genannten Massnahmen gelten in ähnlicher Weise auch für die Gasversorgung (siehe Regelwerke des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches SVGW und die Richtlinie VDI 6004 (2004)).

    Verankerung von Öltanks

    Planen Sie Öltankanlagen oberhalb der maximalen Überschwemmungshöhe (auch das Entlüftungsrohr!). Damit verhindern Sie grosse Schäden an Gebäude und Umwelt durch freigesetztes Öl und stellen den Betrieb während und nach einer Überschwemmung sicher. Falls eine erhöhte Anordnung nicht möglich ist, muss das Öl zwingend wasserdicht und auftriebssicher gelagert werden. Zudem müssen der Tank und die Zu- und Abflussleitungen dem äusseren Wasserdruck (Beulen) standhalten. Die Zuleitung zum Ölbrenner ist mit einem Ventil zu versehen, das bei Wasseransammlung auf dem Boden des Heizungsraumes automatisch schliesst.

    Massnahmen bei Energieholzlagerung

    Pellets und Holzschnitzel quellen im Kontakt mit Wasser auf. Der dabei entstehende Druck kann zu Schäden am Lagerraum führen. Das Lagergut selbst wird durch die Vernässung unbrauchbar und verschmutzt den Lagerraum. Planen Sie deshalb Energieholzlager nach Möglichkeit oberhalb der maximalen Überschwemmungshöhe. Wenn dies nicht möglich ist, sind Energieholzlager wasserdicht auszugestalten und gegen Auftrieb zu sichern. Alternativ können mögliche Schäden am Lagerraum mit nasser Vorsorge minimiert werden (z.B. Öffnungen/Sollbruchstellen vorsehen, durch die das Lagergut austreten kann oder reduzierte Füllung des Lagers).

    Rückstauschutz der Kanalisation

    Bei Kanalisationsleitungen ist der Schutz vor einem Rückstau resp. Rückfluss die wichtigste Massnahme. Die Anordnung von Rückflusssperren kann auch bei Gebäuden ausserhalb von überschwemmungsgefährdeten Gebieten sinnvoll sein. Sie verhindern damit eine «innere Überschwemmung» des Gebäudes.

    Fluchtwege

    Stellen Sie sicher, dass Gebäudebereiche unterhalb der maximalen Überschwemmungshöhe über Treppen oder Leitern verlassen werden können. Bei Gebäuden mit nur einem Stockwerk sollte der Aufstieg auf das Dach möglich sein.

    Massnahmen an Aufzugsanlagen

    Bei Personen- und Warenliften ist darauf zu achten, dass sich die Ruheposition dieser Anlagen oberhalb der maximalen Überschwemmungshöhe befindet. Wasseransammlungen im Liftschacht sollen mittels Sensor eine Alarmmeldung auslösen und den Betrieb einstellen.

  • Leitungsdurchführungen

    Zahlreiche Leitungen führen durch die Gebäudehülle, z.B. Leitungen der Wasser- oder Gasversorgung, Entwässerung, Elektro-, Fernseh-, Telefonkabel sowie Fernwärme-, Lüftungs- und Heizungsrohre. Lassen Sie diese Durchdringungen wasserundurchlässig umsetzen. Bei Mantelrohren und Bohrungen wird der Zwischenraum mit Dichtungsmaterial verschlossen und abgedichtet. Bei Flanschrohren wird die Rohrleitung dichtend angeflanscht.

    Dichtungseinsatz für Kunststoffmantelrohr
    Dichtungseinsatz für Kunststoffmantelrohr
  • Hochführen von Lüftungsöffnungen

    Beachten Sie, dass Lüftungsöffnungen mögliche Eintrittswege von Wasser ins Gebäude sind. Lüftungen sind u.a. notwendig für Öltanks, Zivilschutzräume und Anlagen der Gebäudeklimatisierung. Beachten Sie besonders die in den Fensterleibungen eingelassenen Luftfassungen privater Luftschutzkeller.

  • Rückstauschutz / Hebeanlagen

    Planen Sie bei Kanalisationsleitungen den Schutz vor einem Rückstau resp. Rückfluss. Gefährdet sind alle Abläufe und Sanitäreinrichtungen unterhalb der Rückstauebene. Rückstauklappen und -schieber sowie Hebeanlagen können eine Überschwemmung im Gebäudeinnern verhindern.

    Der Vorteil der automatischen Rückstauklappe: Sie muss nicht manuell bedient werden. Dies ist wichtig, da der Eintritt eines Rückstaus nicht direkt wahrnehmbar ist. Rückflusssperren sind allenfalls auch für Gebäude ausserhalb des potentiellen Überschwemmungsgebiets wichtig: Wenn beispielsweise Hindernisse das Wasser zurückhalten, kann es zur (inneren) Überschwemmung von Gebäuden in an sich nicht-betroffenen Gebieten kommen.

    Muss Schmutzwasser auch während einer Überschwemmung ununterbrochen abgeführt werden (z.B. bei Spitälern, Pflegeheimen etc.), ist ein parallel geschaltetes, isoliertes Auffangbecken mit Hebeanlage vorzusehen.

    Rückstauschutz
    Rückstauschutz

Woran Sie auch in Zukunft denken sollten...

  • Reduktion des Hagelwiderstands bei Kunststoffprodukten (Alterung)

    Kunststoffprodukte verlieren ihren Hagelwiderstand mit der Zeit, wenn sie dem Wetter ausgesetzt sind. Massgebend für die Alterung ist der UV-Schutz: Je nach Kunststoff bzw. Kunststoffanteilen und Anti-UV-Schutz verläuft die Alterung unterschiedlich. Hinweise können die Garantieerklärungen der Hersteller liefern. Zu beachten: Die Klassifikation des Hagelwiderstands im Hagelregister gilt für den Neuzustand des jeweiligen Produkts.

    Abnahme des Hagelwiderstands (Alterung)