Konzeptionelle Massnahmen zum Schutz vor Dolinen

  • Geologische und geotechnische Abklärungen und Wahl des Gebäudestandorts: Beim Neubau hat die Wahl eines möglichst sicheren Standorts erste Priorität. Erkundigen Sie sich vor dem Bau in Karstgebieten immer bei den kantonalen Fachstellen und bei der Gemeinde. Auch die Positionierung und Terraingestaltung innerhalb des Grundstücks kann die Sicherheit positiv beeinflussen. Hierzu ist es essentiell, die lokalen Gegebenheiten bestmöglich zu kennen. Dies erreichen Sie beispielsweise mit Sondierungen sowie mit geologischen oder geophysikalischen Untersuchungen. Wichtig ist, dass nicht nur der unmittelbare Baugrund sondern auch die umliegende Geologie und die Wasserflüsse in die Überlegungen einbezogen werden.
  • Terraingestaltung / Bauzustände: Achten Sie bei der Terraingestaltung darauf, dass durch Anschüttungen und Einschnitte die Stabilitätsverhältnisse nicht kritisch werden. Dies gilt sowohl für permanente wie auch für temporäre Erdverschiebungen während dem Bau. Ziehen Sie deshalb insbesondere ungünstige Bauzustände (z.B. Baugrubenaushub sowie Auflast durch Erdverschiebungen oder grosse Baumaschinen) von Anfang an in die Abklärungen ein. Risiken, die sich nicht durch Bemessung vermeiden lassen, sind durch angemessene Kontrollen zu begrenzen.
  • Verfüllung einer Doline: Das Auffüllen einer Doline kann deren Entwicklung in der Regel nicht längerfristig aufhalten und ist in einigen Kantonen bewilligungspflichtig. Auch aus hydrogeologischer und ökologischer Sicht ist das Verfüllen eine ungeeignete Massnahme und sollte nur in Ausnahmefällen zur Anwendung kommen, resp. wenn der Bau direkt über einer Doline absolut unvermeidlich ist und keine anderen Stabilisierungsmassnahmen möglich sind. Zudem sind Dolinen in einigen Kantonen geschützt (Geotop). Hydrogeologisch unbedenkliches Füllmaterial sind Blöcke desselben Gesteinsmaterials wie die Doline selbst. Besonders wichtig ist die Wahl des Betons und des Mörtels, die spezifische Zusätze und Zement mit hoher Beständigkeit gegen Sulfate enthalten sollten.
  • Statisches Konzept und Fundation: Das statische Konzept eines Gebäudes ist grundsätzlich dann vorteilhaft, wenn geringe Setzungen unter dem Gebäudekörper keine Schadenfolgen wie Risse nach sich ziehen. Wählen Sie aus diesem Grund eine monolithische Bauweise und trennen Sie Anbauten stets statisch einwandfrei vom Hauptgebäude. Zudem soll die Fundationsart unempfindlich auf mögliche Setzungen oder Verschiebungen reagieren. In der Regel bewährt sich eine Flachfundation mit verstärkter Bodenplatte.
  • Aussenanschluss von Leitungen: Erdverlegte Leitungen werden im Bereich unterschiedlicher Absenkraten schnell beschädigt. Besonders kritische Bereiche liegen am Rand von Dolinen sowie bei Leitungsdurchführungen ins Gebäude. Beachten Sie die Richtlinien für Rohrleitungsanlagen (SVGW 2010, SVGW 2013).
  • Abführung von Oberflächen- und Meteorwasser: Wasser ist der bedeutendste treibende Faktor für die Bildung und Vergrösserung von Dolinen. Sorgen Sie dafür, dass jegliches Meteor- und Oberflächenwasser abgeführt oder in Quellen gefasst und somit der Lösungsprozess im Untergrund gestoppt oder vermindert wird.
Gilt für folgende Naturgefahren:

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