Zugänge und Öffnungen vor Hochwasser und Oberflächenabfluss schützen

Im Idealfall liegen das Gebäude und sämtliche Zugänge höher als das umliegende Gelände, resp. höher als sich das Wasser bei einer Überschwemmung schlimmstenfalls aufstauen kann (Schutzhöhe oder «Wirkungshöhe» gemäss SIA 261/1 und SIA 4002). Achten Sie auch bei Lüftungsöffnungen, Lichtschächten und Leitungsdurchführungen auf eine gute Abdichtung der betroffenen Gebäudehülle. Bevorzugen Sie konzeptionelle und bauliche Lösungen, die ohne menschliches Zutun zuverlässig funktionieren. Mobile Massnahmen wie z.B. Dammbalken sind nur in Ausnahmefällen geeignet und erfordern eine professionelle Notfallorganisation.

Planen Sie Gebäudeöffnungen über der Wirkungshöhe. Das gilt insbesondere bei Lichtschächten, Fenstern, äusseren Treppenabgängen, Aussentüren, Lüftungsschächten und Leitungsdurchführungen.

  • Türsituation: Die Rückstauebene (blauer Pfeil) darf das Niveau der Türöffnung nicht erreichen. Das Gefälle muss vom Gebäude wegführen.
  • Fenstersituation: Die Rückstauebene (blauer Pfeil) darf das Niveau der Fensteröffnung nicht erreichen.
  • Lichtschachtsituation: Die Rückstauebene (blauer Pfeil) darf das Niveau der Lichtschachtöffnung nicht erreichen. Der Lichtschacht kann bei ausreichender Untergrundentwässerung an seiner Sohle offen ausgebildet sein. Im Fall von drückendem Grundwasser ist der Lichtschacht als geschlossenes Becken dicht und auftriebssicher ans Gebäude anzuschliessen.

Wenn aufgrund der Gefahrenquelle und der Topographie eine klare Fliessrichtung gegeben ist: Planen Sie deshalb Eingänge auf den vom Wasser abgewandten Gebäudeseiten. Für direkt angeströmte Aussenwände empfiehlt sich der Einsatz speziell geschützter Fenster.Strömungsparallele und strömungsabgewandte Aussenwände sind keinen dynamischen Drücken ausgesetzt. Die Abdichtungen bei Eingängen werden dadurch bedeutend geringer belastet.

Permanente Abdichtungs- und Verstärkungsmassnahmen: Wasserdichte, verstärkte Türen und Fenster schützen permanent vor Wassereintritt (Vanomsen, 2011). Türen sind von aussen anzuschlagen. Bei Fenstern muss der Wasserdruck über die Scheibe auf den Rahmen und von diesem auf die angrenzende Konstruktion abgetragen werden können. Bei Fliessgeschwindigkeiten ≥ 1 m/s sind angeströmte Fenster höheren Drücken und ggf. dem Anprall von Treibgut und Geschiebe ausgesetzt. Mittels Sprossen, Prallplatten oder Dammbalken können Sie solche Fenster schützen.

Tabelle: Bemessung von Fenstern bei statischer Überschwemmung (Fliessgeschwindigkeit < 1 m/s)

Vorsicht: Türen, Tore und Fenster die dem Wasserdruck nicht standhalten, versagen oft schlagartig. Die Personengefährdung ist in solchen Fällen sehr hoch. Bei Garageneinfahrten eignen sich insbesondere Lösungen mit Klappschotts.

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Dammbalken als mobile Schutzmassnahmen bei Überschwemmungsgefahr vom See

Temporäre Abdichtungs- und Verstärkungsmassnahmen: Öffnungen lassen sich temporär mit Schutzschildern aus Metall- oder Holz schützen. Solche Massnahmen sind nur bei einer ausreichend langen Vorwarnzeit und klar geregelter Notfallorganisation sinnvoll, oder wenn sie permanent eingebaut sind. Bei Neubauten kann eine architektonisch befriedigende Lösung gefunden werden, indem Schutzschilde direkt unter den Öffnungen in die Fassade integriert sind, die im Ereignisfall hochgefahren werden können.

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