Im Ereignisfall

Bei einem Unwetter ist entschlossenes Handeln entscheidend, doch meistens bleibt hierzu nur sehr wenig Zeit. Informieren Sie sich mit dem Naturgefahren-Check über die Gefährdung am Standort und welche Massnahmen Sie im Ereignisfall treffen können. So verschaffen Sie sich einen entscheidenden Vorsprung. Bevorzugen Sie stets permanent wirkende Schutzmassnahmen, die ohne menschliches Zutun zuverlässig funktionieren. Dies ist besonders wichtig bei Oberflächenabfluss oder in der Nähe von Bächen und kleineren Flüssen, weil im Falle einer Überschwemmung kaum Zeit bleibt, um zu reagieren.

Warnung

Ein Gewitter oder eine Überschwemmung kann Sie aus heiterem Himmel überraschen. Dennoch gibt es gute Hilfen, die einen kleinen Informationsvorsprung verschaffen:

  • Nutzen Sie Wetter-Apps mit Warnfunktion, z. B. «Wetter-Alarm».
  • Verfolgen Sie die Wetterprognosen und handeln Sie vorausschauend, insbesondere bei Gewittergefahr: Ziehen Sie die Storen hoch, ehe Sie das Haus verlassen.
  • Seien Sie sich bewusst, dass die Wehrdienste im Ereignisfall für den Schutz privater Liegenschaften kaum Kapazität haben. Folglich müssen Sie allfällige mobile Schutzmassnahmen wie z. B. Dammbalken selbständig installieren können, ehe das Wasser kommt – auch nachts und am Wochenende. Dies erfordert eine ausreichende Vorwarnzeit, eine lückenlos geregelte Notfallorganisation sowie regelmässiges Üben und eine professionelle Wartung technischer Systeme.
  • Teilen Sie Ihr Wissen anderen mit – beispielsweise dass man bei Überflutung niemals ein Untergeschoss oder einen Lift betreten darf. So können Sie nicht nur sich selbst schützen, sondern auch Ihr Umfeld.
  • In jeden Haushalt gehören ein batteriebetriebener und einsatzbereiter Radio, Taschenlampen und Notvorräte für mindestens drei Tage (9 Liter Wasser pro Person, ausreichend Nahrungsmittel, die nicht gekocht werden müssen). Weiterführende Informationen: Broschüre «Kluger Rat - Notvorrat»

Sofortmassnahmen

Folgende Massnahmen können Sie sofort treffen:

  • Storen und Markisen gehen bei Sturm und Hagel kaputt. Ziehen Sie bei Gewitter oder starkem Wind die Storen unverzüglich hoch. Tun Sie dies auch, wenn Sie tagsüber oder am Wochenende abwesend sind und Gewitter oder starker Wind zu erwarten ist. Übrigens: modernes Fensterglas hält auch grossen Hagelkörnern problemlos stand, wie dieses Video zeigt.
  • Lagern Sie Gartenmöbel und andere lose Gegenstände wie z. B. Trampoline oder Tischtennisplatten unwettergeschützt. Sichern Sie diese so, dass sie bei Sturm keine Schäden anrichten können. Dies gilt ganz besonders für Dinge, die sich von Balkonen, Dachterrassen oder dem Fenstersims lösen und beim Wegfliegen oder Runterfallen Personen gefährden könnten.
  • Bei Überschwemmung: Verlassen Sie betroffene Räume wie Keller oder Einstellhallen, aber auch Lifte unverzüglich. Meiden Sie die Nähe von Gewässern und Geländemulden. Fliessendes Wasser ist viel stärker als es scheint, es kann Sie oder Ihr Fahrzeug mit sich reissen. Installieren Sie mobile Schutzmassnahmen, sofern Sie solche haben und es die Personensicherheit zulässt.
  • Wenn aussergewöhnlich viel Schnee auf dem Dach liegt, respektive wenn Schnee oder Eis abrutschen könnten: Sorgen Sie für die Sicherheit von Personen auf Ihrem Grundstück und erkundigen Sie sich bei einer Fachperson, ob eine professionelle Räumung erforderlich ist.
  • Erdbeben dauern meist nur einige Sekunden. Personen müssen sich unmittelbar schützen. Am besten stellen Sie sich in einen Türrahmen, unter einen soliden Tisch oder Bett. Halten Sie möglichst Abstand zu beweglichen Einrichtungsgegenständen wie Bücherregalen sowie zu Fenstern und Glaswänden, die zerspringen könnten. Für das Verlassen des Gebäudes oder das Aufsuchen eines Schutzraumes bleibt keine Zeit. Unterwegs könnten herunterfallende Bauteile Personen verletzen.

Nach dem Ereignis

Das nächste Unwetter kommt bestimmt – was Sie nach einem Unwetter tun sollten:

  • Nach Sturm oder Hagel sollten Sie das Dach kontrollieren und die Gebäudehülle auf undichte Stellen prüfen lassen.
  • Befreien Sie die Entwässerungseinrichtungen von Laub und anderem Material.
  • Nass gewordene Bauteile müssen rasch und vollständig trocknen. Defekte Bauteile sind fachgerecht zu reparieren oder ersetzen, um allfällige Folgeschäden (z. B. bauphysikalischer Art) zu vermeiden.
  • Wenn ein Schaden erfolgt ist: Informieren Sie umgehend Ihre Gebäudeversicherung – diese berät sie auch hinsichtlich Gebäudeschutzmassnahmen. Allgemeine Empfehlungen zum Schutz bestehender Gebäude finden Sie im Naturgefahren-Check.

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