Schutzziele im Kanton St. Gallen

Naturgefahren-Check

Grundsätze beim Objekt- bzw. Gebäudeschutz

Im Kanton St. Gallen müssen An-, Um- und Neubauten zum Schutz von Personen und Sachwerten "naturgefahrensicher" geplant und gebaut werden. In der Bewilligungspraxis werden dazu Objektschutznachweise verlangt. Dabei ist einfach nachvollziehbar und plausibel aufzuzeigen: Welches ist oder sind die massgebenden Gefährdungsszenarien? Mit welchen Massnahmen wird das Schutzziel erreicht? (§ Art. 103 Naturgefahren, kantonales Planungs - und Baugesetz (PBG), sGs 731.1 und Leitfaden für Vorsorge und Schutz – Gravitative Naturgefahren im Kanton St.Gallen)

Zudem gelten versicherungsrechtliche Vorschriften. Diese beinhalten ebenfalls Schutzziele als auch Schadenvermeidungs- und Präventionsobliegenheiten der Versicherten. Diese sind dazu verpflichtet, ihr Gebäude vor Naturgefahren angemessen zu schützen. (§ Gesetz über die Gebäudeversicherung (GVG), sGs 873.1 und zugehörige Verordnung sGs 873.11)

Nebst der Sorgfaltspflicht der Projektierenden sind auch zivilrechtliche Aspekte zu berücksichtigen. Die Gebäude und Schutzmassnahmen sind so auszugestalten, dass keine unzulässige Gefahrenverlagerung oder eine kritische Mehrgefährdung für Dritte eintritt. Grundsätzlich stehen immer permanente bauliche Massnahmen zum Gebäudeschutz im Vordergrund.

Gebäudeschutzziele im Kanton St. Gallen

Hochwasser

Schutzziel: Das Gebäude bleibt bis zum 300-jährlichen Hochwasser intakt und im Untergeschoss trocken. Das Gebäude schwimmt nicht auf, Aussenwände und Bodenplatten bleiben intakt.

Grundlagen:

Starker Regen, Oberflächenabfluss

Schutzziel: Das Gebäude bleibt bis zum 100-jährlichen Regen bzw. Oberflächenabfluss auch in Untergeschossen trocken. Das Gebäude schwimmt nicht auf und bleibt schadenfrei.

Grundlagen:

  • Regeln der Baukunde: SIA 4002 Hochwasser – Wegleitung zur Norm SIA 261/1
  • SIA 318 Garten- und Landschaftsbau, Kap. 2.3 Entwässerung

Sturm

Schutzziel: Das Gebäude hält den zu erwartenden Windspitzen bis zum 50-jährlichen Wind schadlos stand. Es gibt keine abgerissenen Bauteile.

Grundlagen:

Hagel

Schutzziel: Bis zum 50-jährlichen Hagel entstehen keine Schäden an Fassade, Dach und daran befestigen Bauteilen wie Solaranlagen. Bauteile, die dauerhaft der Witterung ausgesetzt sind, müssen somit mindestens den Hagelwiderstand 3 (HW3) aufweisen. Damit ist der Schutz gegen Hagelkörner mit 3 cm Durchmesser gemeint. Berücksichtigen Sie bei ursprünglich widerstandsfähigen Bauteilen aber auch deren Schwächung durch Alterung. Prüfen Sie vorausschauend HW4 nach Möglichkeit.

Insbesondere bei grossen und mit zentralem Steuerungssystem ausgerüsteten Gebäuden gilt: Für bewegliche Elemente wie z.B. Lamellenstoren sind geeignete Massnahmen zu treffen, die diese vor der Beschädigung in einen Schutzzustand bringen (wie rechtzeitiges Hochziehen vor drohender Gefahr).

Grundlagen:

Schnee

Schutzziel: Dach, Aussenwände sowie Vordächer, Oberlichter und Solaranlagen halten bis zum 50-jährlichen Ereignis dem Schneedruck (Auflast, Abgleiten, Kriechen) schadlos stand. Das Abrutschen von Schnee darf weder Personen noch tiefer liegende Gebäudeteile beschädigen.

Grundlagen:

Lawinen, Erdrutsch, Steinschlag, Murgang

Schutzziel: Das Gebäude bleibt bis zum 300-jährlichen Ereignis intakt und schützt die sich darin befindenden Personen.

Grundlagen:

Erdbeben

Schutzziel: Das Gebäude schützt die sich darin befindenden Personen bis zum 475-jährlichen Erdbeben.

Grundlagen:

Bei Hinweisen auf ein deutlich erhöhtes Risiko sind höhere Schutzziele zu prüfen, beispielsweise bei sehr hoher Personen- oder Sachwertdichte in überschwemmungsgefährdeten Unter- und Erdgeschossen.

Hier nicht speziell aufgeführt sind weitere Gefährdungen wie beispielsweise Blitzschlag oder Radon.

Fachberatung
Gebäudeversicherung St. Gallen

Prävention Naturgefahren
Davidstrasse 37
9001 St. Gallen
Tel. 058 229 70 80
pn@gvsg.ch
www.gvsg.ch

Wenn Sie das Profil wechseln, gelangen Sie zu einem anderen Seitenaufbau und Detaillierungsgrad der Inhalte.

Profil wechseln