Schützen Sie sich vor Winterstürmen

Stürme treten häufig in der kalten Jahreszeit auf. In der Schweiz können Winterstürme Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h erreichen und grosse Schäden anrichten. Bereits mit einfachen Schutzmassnahmen und dem richtigen Verhalten können Sie sich und Ihr Gebäude schützen.

Entstehung von Winterstürmen

Gebäude an Seeufer bei starkem Wind mit Wellengang

Luft ist ständig in Bewegung und durch den laufenden Temperatur- und Druckausgleich benachbarter Luftmassen entsteht Wind. Kalte Luft strömt dorthin, wo warme Luft aufsteigt – und dies umso schneller, je grösser der Temperaturunterschied zwischen den Luftmassen ist. Da im Spätherbst und Winter die Temperaturunterschiede zwischen Nordpol und Äquator am grössten sind, treten Stürme zu dieser Zeit am häufigsten auf. Winterstürme in Europa haben ihren Ursprung über dem Nordatlantik, wo kalte und trockene Luft vom Norden auf feuchtwarme Luft aus Süden trifft und Tiefdruckwirbel bildet. Über der Meeresoberfläche kann die Luft viel Wasserdampf aufnehmen, welche beim Abkühlen kondensiert und Wolken bildet. Nebst dem Temperaturunterschied der Luftmassen ist diese Feuchtigkeit mitentscheidend, wie heftig die Auswirkungen eines Wintersturms sind. Mehr Feuchtigkeit in der Atmosphäre bedeutet mehr Energie und Dynamik im Wettergeschehen. Deshalb wird vermutet, dass mit fortschreitender Klimaerwärmung Stürme und Starkregenereignisse tendenziell zunehmen.

Windgeschwindigkeiten in der Schweiz

Windexponierte Gebäude im Gebirge bei Föhn

Obwohl auch bei Gewittern im Sommer und bei Föhn hohe Windgeschwindigkeiten erreicht werden, verursachen Winterstürme hierzulande die grössten Gebäudeschäden. Besonders relevant sind die Spitzenwerte in Böen, denn eine Verdoppelung der Windgeschwindigkeit bewirkt eine Vervierfachung dessen Kraft. Überall in der Schweiz sind Windgeschwindigkeiten von 140–200 km/h möglich, in den Alpen und an exponierten Lagen können auch Werte von 250 km/h überschritten werden. Die höchsten, je in der Schweiz gemessenen Windgeschwindigkeiten betrugen im Flachland 190 km/h und in den Bergen sogar 268 km/h (Quelle: MeteoSchweiz). Die Erfassung solcher Extremwerte ist jedoch sehr anspruchsvoll und Böenspitzen werden tendenziell unterschätzt.

Wirkung auf Gebäude

Die Wirkung des Windes auf ein Gebäude hängt stark von dessen Höhe, der Topographie sowie von der Bebauung und Vegetation der Umgebung ab. Bereits wesentlich geringere Windgeschwindigkeiten als die oben genannten Extremwerte können Schäden an Dach und Fassade verursachen und Personen gefährden. Besonders exponiert sind der Giebel und die Randberieche des Dachs, die Gebäudeecken und die windabgewandten Seiten des Gebäudes. An Vordächern und bei offenen Bauten wie Velounterständen kann der Wind beidseits angreifen und so besondere Beanspruchungen ausüben. Wie Windkräfte wirken, sehen Sie im Video:

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Schützen Sie sich

Begeben Sie sich in ein Gebäude, sobald ein Sturm aufzieht. Wichtig ist, dass Sie alle Aussentüren und Fenster schliessen sowie Storen und Rollläden hochziehen. Sollte dies nicht möglich sein, meiden Sie die Nähe zu Bäumen oder Gebäuden. Starke Winde können Äste von Bäumen abbrechen oder sogar ganze Bäume entwurzeln. Von Dächern können sich Ziegel oder anderes Material lösen, welches dann herunterstützen kann. Auch andere lose Gegenstände wie Gartenmöbel oder Trampoline können herumfliegen und Sie treffen.

Lassen Sie sich von der App Wetter-Alarm rechtzeitig über aufkommende Stürme warnen.

Schützen Sie auch Ihr Gebäude

Bei einem starken Sturm stürzt ein Baum auf das Dach eines Hauses und ein Trampolin fliegt davon

In der Schweiz nach geltenden Baunormen konstruierte Gebäude sind in der Regel gut vor Sturm geschützt. Tragische Beispiele von eingestürzten Dächern sind sehr selten und meist auf Baumängel zurück zu führen. Verlangen Sie von Ihren Baupartnern, dass diese Normen (insbesondere die SIA 261) eingehalten werden und auch alle Teile der Gebäudehülle diesen Normen entsprechen - insbesondere bei Dacheindeckungen, vorgehängten Fassaden sowie An- und Aufbauten.

Herumfliegende Gegenstände wie Tischtennisplatten oder Gartenmöbel können Ihr und die benachbarten Gebäude beschädigen. Sichern Sie diese deshalb vor einem aufziehenden Sturm oder verstauen Sie diese an einem geschützten Ort.

Gebäudeeigentümer sollten das Dach regelmässig von Fachpersonen überprüfen lassen, damit lose oder kaputte Dachziegel oder andere Bauelemente rechtzeitig repariert respektive ersetzt werden können.

Machen Sie jetzt den Naturgefahren-Check und überprüfen Sie die Gefährdung an Ihrem Standort:

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