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Das können Sie tun, um Ihr Gebäude zu schützen

Klappen sie hier die Empfehlungen auf und passen Sie bei Bedarf die Kriterien im oben stehenden Auswahlmenü auf Ihr Bauvorhaben an.

Wieviel Schutz braucht das Gebäude?

  • Legen Sie für Ihr Bauprojekt Schutzziele fest. Nur wenn Sie wissen, gegen welche Naturgefahren und wie gut Sie das Gebäude schützen wollen, können Sie geeignete Massnahmen treffen.

  • Wahl des Gebäudestandorts ausserhalb von Gefahrenzonen

    Weichen Sie der Gefahr durch gravitative Naturgefahren wie Einsturz, Lawinen, Steinschlag, Murgang, Rutschung oder Hochwasser wenn immer möglich aus und bevorzugen Sie einen Gebäudestandort ausserhalb von Gefahrenzonen. Vorsicht: auch bei einer geringen Gefährdung kann – je nach Nutzung und potentiell gefährdeten Sachwerten – das Risiko erheblich sein!

  • Vorsicht: Jedes Gebäude ist starkem Regen, Hagel oder Sturm ausgesetzt und entsprechend zu schützen!

    Gefahrenkarten zeigen, wie stark das Grundstück gefährdet ist.

  • Die Fachstellen im Standortkanton helfen Ihnen gerne weiter. Auch ortskundige Personen wie Förster oder Angehörige der Feuerwehr können oft Auskunft geben über vergangene Ereignisse und Schäden.

Welche Massnahmen Sie treffen können...

  • Die Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit ist über die gesamte Lebensdauer des Gebäudes (oft mind. 50 Jahre) zu gewährleisten.

    Strategien zum Schutz vor Dolinen bei Neubauten

    Mit einer vorsichtigen Standortwahl und Terraingestaltung kann die Einsturzgefahr stark reduziert werden. Ziehen Sie deshalb frühzeitig einen Geologen oder Geotechniker bei und stützen Sie die weitere Planung auf einer detaillierten Analyse des Baugrunds und der lokalen geologischen Verhältnisse ab.

    Treffen Sie von Beginn weg die notwendigen Vorkehrungen an die Fundation (Lastabtragung in den stabilen Untergrund) und bilden Sie die Bodenplatte verstärkt aus, um die Gesamtstabilität zu gewährleisten. Mit Aussparungen für hydraulische Pressen und statisch getrennten Kontrollschächten können Sie zudem die Möglichkeit einer Anhebung und Neuausrichtung des Gebäudes erhalten.

  • Vorsicht: Sind die Hohlräume im Untergrund und damit die Doline erst am Entstehen oder wenn bestehende Dolinen aufgefüllt wurden, kann die Bodenoberfläche unauffällig aussehen. Dennoch muss im Nahbereich von Hohlräumen mit Stabilitätsproblemen während oder nach dem Bau gerechnet werden.

    Konzeptionelle Massnahmen zum Schutz vor Dolinen

    Geologische und geotechnische Abklärungen und Wahl des Gebäudestandorts
    Beim Neubau hat die Wahl eines möglichst sicheren Standorts erste Priorität. Erkundigen Sie sich vor dem Bau in Karstgebieten immer bei den kantonalen Fachstellen und bei der Gemeinde. Auch die Positionierung und Terraingestaltung innerhalb des Grundstücks kann die Sicherheit positiv beeinflussen. Hierzu ist es essentiell, die lokalen Gegebenheiten bestmöglich zu kennen. Dies erreichen Sie beispielsweise mit Sondierungen sowie mit geologischen oder geophysikalischen Untersuchungen. Ziehen Sie frühzeitig einen Geologen oder Geotechniker bei. Wichtig ist, dass nicht nur der unmittelbare Baugrund sondern auch die umliegende Geologie und die Wasserflüsse in die Überlegungen einbezogen werden.

    Terraingestaltung / Bauzustände
    Achten Sie bei der Terraingestaltung darauf, dass durch Anschüttungen und Einschnitte die Stabilitätsverhältnisse nicht kritisch werden. Dies gilt sowohl für permanente wie auch für temporäre Erdverschiebungen während dem Bau. Ziehen Sie deshalb insbesondere ungünstige Bauzustände (z.B. Baugrubenaushub sowie Auflast durch Erdverschiebungen oder grosse Baumaschinen) von Anfang an in die Abklärungen ein.

    Verfüllung einer Doline
    Das Auffüllen einer Doline kann deren Entwicklung in der Regel nicht längerfristig aufhalten und ist in einigen Kantonen bewilligungspflichtig. Auch aus hydrogeologischer und ökologischer Sicht ist das Verfüllen eine ungeeignete Massnahme und sollte nur in Ausnahmefällen zur Anwendung kommen, resp. wenn der Bau direkt über einer Doline absolut unvermeidlich ist und keine anderen Stabilisierungsmassnahmen möglich sind. Zudem sind Dolinen in einigen Kantonen geschützt (Geotop).

    Statisches Konzept und Fundation
    Das statische Konzept eines Gebäudes ist grundsätzlich dann vorteilhaft, wenn geringe Setzungen unter dem Gebäudekörper keine Schadenfolgen wie Risse nach sich ziehen. Wählen Sie aus diesem Grund eine monolithische Bauweise und trennen Sie Anbauten stets statisch einwandfrei vom Hauptgebäude. Zudem soll die Fundationsart unempfindlich auf mögliche Setzungen oder Verschiebungen reagieren. In der Regel bewährt sich eine Flachfundation mit verstärkter Bodenplatte.

    Aussenanschluss von Leitungen
    Erdverlegte Leitungen werden im Bereich unterschiedlicher Absenkraten schnell beschädigt. Besonders kritische Bereiche liegen am Rand von Dolinen sowie bei Leitungsdurchführungen ins Gebäude. Beachten Sie die Richtlinien für Rohrleitungsanlagen (SVGW 2010, SVGW 2013).

    Abführung von Oberflächen- und Meteorwasser
    Wasser ist der bedeutendste treibende Faktor für die Bildung und Vergrösserung von Dolinen. Sorgen Sie dafür, dass jegliches Meteor- und Oberflächenwasser abgeführt oder in Quellen gefasst und somit der Lösungsprozess im Untergrund gestoppt oder vermindert wird.

  • Lastabtragung, Ausrichtung und Verstärkungsmassnahmen

    Lastabtragung unter die Gleitfläche / in den anstehenden Fels
    Sorgen Sie mit Scheiben oder Pfählen für eine optimale Abtragung der Gebäudelasten in den stabilen Untergrund. Diese Massnahme können Sie bei geringer Rutsch- wie auch bei oberflächlicher Einsturzgefährdung ergreifen. Damit verhindern Sie zwar nicht die Geländebewegung an sich, sichern das Gebäude jedoch ähnlich einer Brücke auf Pfeilern.

    Ausrichtung des Gebäudes durch Anhebung
    Die folgenden Massnahmen für die Gebäudeanhebung eignen sich bei mittel- bis tiefgründigen Rutschungen, wenn sich die Rutschung aufgrund ihrer Grösse nicht beeinflussen lässt.

    • Nehmen Sie zwischen dem Untergeschoss und den Obergeschossen eine statische Trennung vor und ordnen Sie hydraulische Pressen in Aussparungen an. Bei einer Verkippung des Gebäudes kann der Obergeschossteil neu ausgerichtet werden, das Untergeschoss verbleibt in Schieflage. Diese Korrektur lässt sich bei fortlaufender Verkippung wiederholen.
    • Einzelfundamente als Auflager: Muss das ganze Gebäude nach einer Verkippung neu ausgerichtet werden, sind Aussparungen für hydraulische Pressen im Fundamentbereich vorzusehen. Dies ist meist nur bei Neubauten möglich. Der Zugang zu diesen Auflagern erfolgt über statisch getrennte Schächte an den Gebäudeecken. Bei Bedarf sind zusätzliche Auflager im Bereich der Aussenwände und unter dem Gebäude erforderlich.
    • Anhebung mittels Injektion: Das Fundament kann mit Kunstharz- oder Mörtelinjektionen angehoben werden. Das Injektionsgut wird über Bohrlöcher durch das Fundament in den Untergrund eingebracht.

    Verstärkung von Bodenplatte und Aussenwänden
    Die Verstärkung von Bodenplatte und Aussenwänden ist bei vielen Massnahmen eine Mindestanforderung.