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Das können Sie tun, um Ihr Gebäude zu schützen

Klappen sie hier die Empfehlungen auf und passen Sie bei Bedarf die Kriterien im oben stehenden Auswahlmenü auf Ihr Bauvorhaben an.

Wieviel Schutz braucht das Gebäude?

  • Legen Sie für Ihr Bauprojekt Schutzziele fest. Nur wenn Sie wissen, gegen welche Naturgefahren und wie gut Sie das Gebäude schützen wollen, können Sie geeignete Massnahmen treffen.

  • Je früher in der Planung Sie den Schutz vor Naturgefahren berücksichtigen, desto eher lassen sich ästhetisch ansprechende und kostengünstige Lösungen realisieren.

  • Wahl des Gebäudestandorts ausserhalb von Gefahrenzonen

    Weichen Sie der Gefahr durch gravitative Naturgefahren wie Einsturz, Lawinen, Steinschlag, Murgang, Rutschung oder Hochwasser wenn immer möglich aus und bevorzugen Sie einen Gebäudestandort ausserhalb von Gefahrenzonen. Vorsicht: auch bei einer geringen Gefährdung kann – je nach Nutzung und potentiell gefährdeten Sachwerten – das Risiko erheblich sein!

  • Vorsicht: Jedes Gebäude ist starkem Regen, Hagel oder Sturm ausgesetzt und entsprechend zu schützen!

    Gefahrenkarten zeigen, wie stark das Grundstück gefährdet ist.

  • Die Fachstellen im Standortkanton helfen Ihnen gerne weiter. Auch ortskundige Personen wie Förster oder Angehörige der Feuerwehr können oft Auskunft geben über vergangene Ereignisse und Schäden.

  • Beispiel: Oft endet die berechnete Sturmsicherheit beim Tragwerk des Daches. An die normgerechte Befestigung der Dachziegel wird nicht mehr gedacht.

    Starker Regen, Hagel oder Sturm können überall in der Schweiz auftreten und Gebäude gefährden. Schutzmassnahmen sind für jedes Gebäude relevant und durch Normen definiert. Verlangen Sie von Ihren Baupartnern die vollständige Umsetzung dieser Baunormen «bis zur letzten Schraube» und verwenden Sie die Checkliste zur Umsetzungsvereinbarung.

Welche Massnahmen Sie treffen können...

  • Die Kombination von Massnahmen der Konzeption, Verstärkung und Abschirmung ermöglicht eine markante Risikoverminderung. Besonders zu beachten ist die Gefährdung resp. der Schutz von Personen. Zudem darf die Gefährdung durch die geplanten Schutzmassnahmen nicht auf andere Grundstücke verlagert werden.

    Strategien zum Schutz vor Murgängen bei Neubauten

    Schutz durch konzeptionelle Massnahmen und Verstärkung
    Neubauten sollten von Beginn weg an die Gefährdung durch Murgänge angepasst werden. Dies erreichen Sie durch eine optimale Einpassung ins Terrain, eine günstige Form, eine angepasste Nutzung der gefährdeten Innen- und Aussenräume sowie durch die geeignete Platzierung und Gestaltung von Öffnungen. Wo mit hohen Drücken zu rechnen ist, sind zudem die Aussenwände zu verstärken.

    Schutz durch Dämme oder Netze
    Dem Gebäude vorgelagerte Dämme und Schutznetze können den Murgang ablenken oder auffangen. Ein Restrisiko betrifft in der Regel die Gebäudeöffnungen. Schützen Sie diese entsprechend.

    Schutz durch erhöhte Anordnung
    Die erhöhte Anordnung ist oft eine kostengünstige und sehr effiziente Schutzmassnahme. Das Gebäude wird auf einer Anschüttung erstellt, Zugang und Zufahrt werden als Rampen ausgeführt. Im Idealfall schützt dies das Gebäude bereits ausreichend vor dem Murgang, so dass sich weitergehende Massnahmen erübrigen.

    Schutz durch einen Spaltkeil
    Ein dem Gebäude vorgelagerter Spaltkeil ermöglicht einen optimalen Schutz vor hohen Drücken. Gleichzeitig müssen die Öffnungen und die Innenraumnutzungen der Gefährdung entsprechend geplant werden. Bleibt der Aussenraum gefährdet, sind gewisse Aussenraumnutzungen (z.B. Sitzplätze) im Schutz des Gebäudes vorzusehen.

  • In der Regel reichen die Informationen aus der Gefahrenkarte nicht aus für die Bemessung von Schutzmassnahmen gegen Rutschungen. Ziehen Sie frühzeitig einen Geologen oder Geotechniker bei und beachten Sie insbesondere die SIA-Norm 267 «Geotechnik».

    Strategien zum Schutz von Neubauten vor Rutschungen

    Standortwahl und Terraingestaltung Wählen Sie einen möglichst geeigneten Standort und passen Sie die Terraingestaltung und die Bauweise an, um die Auflast auf der Rutschmasse und somit die Gefährdung zu vermindern.

    Bauweise des Gebäudes und der Werkleitungen Bilden Sie gefährdete Aussenwände verstärkt aus. Führen Sie Meteor- und Oberflächenwasser konsequent ab, um die Auslösewahrscheinlichkeit einer Rutschung zu reduzieren. Verlegen Sie Leitungen nach Möglichkeit in stabiles Erdreich. Falls es sich nicht umgehen lässt, Leitungen im Einflussbereich der Rutschung zu verlegen: Treffen Sie von Beginn weg umfassende Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz dieser Leitungen.

    Stabilisierung einer flachgründigen Rutschmasse Lassen Sie stabilisierende Massnahmen an der Rutschmasse frühzeitig durch eine Fachperson planen und überprüfen.

    Grundsätzliche Gebäudestrukturen Wählen Sie eine Flachfundation mit verstärkter Bodenplatte und führen Sie das Gebäude in einer monolithischen Bauweise aus. Trennen Sie das Gebäude statisch einwandfrei von anderen Gebäuden.

    Korrektur der Gebäudeausrichtung durch hydraulische Pressen Konzipieren Sie Neubauten auf tiefgründigen Rutschungen von Beginn weg so, dass ein allfälliges Neuausrichten möglich bleibt. Planen Sie zusammen mit einer Fachperson ein angepasstes statisches Konzept z.B. mit Aussparungen für hydraulische Pressen.

  • Wählen Sie eine Kombination von konzeptionellen Massnahmen, Verstärkung und Abschirmung. Besonders zu beachten ist der Schutz von Personen. Erwägen Sie auch einen anderen Standort oder eine angepasste Nutzung. Für den Gebäudeschutz vor Stein- und Blockschlag eignen sich nur permanente Massnahmen.

    Strategien zum Schutz von Neubauten vor Steinschlag

    Schutz durch konzeptionelle Massnahmen und Verstärkung bei rollenden Steinen
    Passen Sie das Gebäude von Beginn weg an die Gefährdung an. Dies erreichen Sie durch einen erhöht angeordneten Gebäudekörper und eine angepasste Innenraumnutzung im exponierten Bereich des Erdgeschosses. Vermeiden Sie Öffnungen in den betroffenen Aussenwänden oder schützen Sie sie. Verstärken Sie die betroffenen Aussenwände, beispielsweise verschalt mit einer Rundholzkonstruktion. Planen Sie Aussenraumnutzungen ausschliesslich in geschützten Bereichen.

    Schutz durch konzeptionelle Massnahmen und Verstärkung bei springenden Steinen
    Planen Sie das Gebäude im umliegenden Gelände vertieft. So reduzieren Sie Aussenwandflächen, die verstärkt werden müssen. Vermeiden Sie zudem Öffnungen im exponierten Bereich oder schützen Sie sie. Verstärken und verschalen Sie die betroffenen Aussenwände. Sehen Sie Aussenraumnutzungen ausschliesslich in geschützten Bereichen vor. 

    Schutz durch Dämme und Netze
    Durch den Bau von Schutzdämmen/-mauern oder Drahtseil- und Ringnetzen können Sie das Risiko erheblich reduzieren. Netze müssen nach einem Ereignis instand gestellt werden, damit die Schutzwirkung wieder sichergestellt ist. Falls die abstürzenden Steine die Schutzbauten überspringen könnten, sollten Sie weitere Massnahmen vorsehen wie eine angepasste Nutzung der betroffenen Innen- und Aussenräume.

    Schutz durch Massnahmen an der Abbruchstelle
    Ist die Abbruchstelle kleinräumig und direkt an das Gebäude angrenzend, kann dieser Bereich gegebenenfalls stabilisiert und gesichert werden. Minimieren Sie bei verbleibender Restgefährdung die Aussenraumnutzungen nahe der Abbruchstelle und vermeiden resp. schützen Sie Öffnungen in den betroffenen Aussenwänden.

  • Beachten Sie besonders die Gefährdung von Personen und planen Sie die Schutzmassnahmen so, dass die Gefährdung nicht auf benachbarte Grundstücke verlagert wird. Erwägen Sie gegebenenfalls einen anderen Standort oder eine Anpassung der Nutzung.

    Strategien zum Schutz von Neubauten vor Lawinen und Schneegleiten

    Schutz durch konzeptionelle und verstärkende Massnahmen
    Mit konzeptionellen und verstärkenden Massnahmen lässt sich die Gefährdung von Personen und Sachwerten erheblich senken. Passen Sie das Gebäude optimal geschützt in das Gelände ein und wählen Sie die Gebäudeform und -ausrichtung so, dass keine grossen Drücke auftreten. Vermeiden Sie Öffnungen in der lawinenzugewandten Aussenwand. Planen Sie lawinenzugewandte Aussenwände und verbleibende Öffnungen in verstärkter Bauweise und sehen Sie für Räume in diesem Bereich ausschliesslich Nutzungen mit kurzer Aufenthaltsdauer vor.

    Schutz durch einen Auffang- oder Ablenkdamm
    Ein dem Gebäude vorgelagerter Auffang- oder Ablenkdamm kann die am Gebäude erforderlichen Massnahmen erheblich reduzieren. Vermeiden Sie zudem Öffnungen in der lawinenzugewandten Aussenwand. Achten Sie darauf, dass sich die Gefährdung auf benachbarten Grundstücken aufgrund des Dammes nicht erhöht.

    Schutz durch einen Spaltkeil
    Der ausreichend hoch dimensionierte Spaltkeil ist eine sehr effiziente Schutzmassnahme bei Neubauten. Verbleibt eine räumliche Trennung zwischen Keil und Gebäude, sind die Anpassungen am Gebäude gering. Wichtig ist eine gute Einpassung des Gebäudes in das Terrain hinter dem Keil, so dass keine der Aussenwandflächen den Spaltkeil überragt. Achten Sie darauf, dass sich die Gefährdung nicht auf benachbarten Grundstücken verlagert.

    Schutz durch den Bau als Ebenhöch
    Die Ausbildung eines Gebäudes als Ebenhöch stellt wie der Spaltkeil eine sehr effiziente Schutzmassnahme dar. Die Eingriffe am Gebäude sind jedoch grösser. Zumindest an der lawinenzugewandten Wand gibt es keinen Lichteinfall, was die Nutzung der Innenräume beeinflusst. Planen Sie ein verstärktes Dach, das die durch die Lawine und die Schneeablagerung entstehenden Kräfte über das Tragwerk und in das Fundament abzuleiten vermag.

    Schutz vor Staublawinen
    Neubauten können Sie mit geringen Anpassungen effizient gegen die Einwirkung von Staublawinen schützen, beispielsweise indem Sie übergrosse Fensterflächen vermeiden. Lassen Sie Fenster- und Dachflächen verstärkt ausführen, so dass sie dem Luftdruck der Lawine standhalten. Vermeiden Sie zudem Überstände des Daches und der Fassade oder halten Sie diese möglichst gering (Sogkräfte!).

    Schutz vor Schneegleiten
    Mit Gleitschneeschutzmassnahmen (Pfählung, Dreibeinbock) im Hang vor dem Gebäude können Sie die Gefährdung erheblich reduzieren. Zusätzlichen Schutz erreichen Sie, wenn Sie die hangseitigen Fenster ausreichend hoch platzieren und die betroffenen Aussenwände und Öffnungen verstärken. Ordnen Sie Aussenraumnutzungen wie Sitzplätze oder Spielplätze talseitig an.

  • Nutzungskonzept des Aussenraumes

    Planen Sie Aussenraumnutzungen mit hoher Aufenthaltsdauer wie Sitzplätze und Balkone ausschliesslich in den durch das Gebäude oder durch zusätzliche Massnahmen geschützten Bereichen. Ordnen Sie den Zugang zum Gebäude geschützt an, beispielsweise via Tiefgarage mit talseitiger Zufahrt.

  • Nutzungskonzept der Innenräume

    Sehen Sie im Bereich der direkt betroffenen Aussenwände ausschliesslich Räume mit kurzer Aufenthaltsdauer vor, beispielsweise Verbindungsgänge oder Nasszellen.

  • Einpassung in das Terrain

    Durch eine optimale Einpassung in das umliegende Gelände können Sie das Gebäude vor direkter Einwirkung durch Steinschlag, Lawinen und Murgang gut schützen, resp. die betroffenen und entsprechend zu verstärkenden Aussenwandflächen reduzieren.

    Sehen Sie bei Gefahr durch Lawinen und fallenden oder hoch springenden Steinen und Blöcken eine vertiefte Anordnung des Gebäudekörpers im umliegenden Gelände vor (vgl. Ebenhöch). Eine vertiefte Lage des Gebäudes eignet sich auch zum Schutz vor grossvolumigen Murgängen, gegebenenfalls kombiniert mit einer Anschüttung. So lässt sich die zu schützende Aussenwandfläche verringern.

    Eine erhöhte Anordnung ist bei Gefahr durch Wasser und kleinere Murgänge von Vorteil sowie bei rollenden oder gleitenden Steinen und Blöcken.

  • Reduzieren Sie die Fläche der exponierten Aussenwände. Ordnen Sie zudem das Tragwerk des Gebäudes so an, dass es vor Steinschlag, Murgang oder Lawine geschützt ist. Tragende Scheiben und Platten eignen sich besser als eine Skelettbauweise. Ziehen Sie frühzeitig einen Bauingenieur bei.

  • Positionierung und Ausgestaltung von Öffnungen

    Öffnungen wie Fenster und Türen sind die grössten Schwachstellen bei Gefahr durch Steinschlag, Murgang oder Lawinen. Vermeiden Sie Fenster in der gefährdeten Aussenwand oder halten Sie sie klein. Verstärken oder verschalen Sie solche Öffnungen immer. Vermeiden Sie Eingänge auf der gefährdeten Aussenwand oder schützen Sie sie, z.B. mit Schutzmauern oder lokalen Dämmen bei gefährdeten Türen.

  • Abschirmungsmassnahmen können die Ausbreitung der Gefährdung massgebend beeinflussen. Solche Massnahmen dürfen nur ergriffen werden, wenn sich dadurch die Gefährdung benachbarter Gebäude und Grundstücke nicht erhöht.

    Abschirmungsmassnahmen ausserhalb des Gebäudes

    Auffangdamm / Auffangmauer / Auffangmulde: Erddämme können Sturzenergien über 10‘000 kJ aufnehmen. Sie stellen die wirksamste Schutzmassnahme gegen Blockschlag dar. Ein Nachteil ist ihr hoher Raumbedarf. Mit Blockstein-, Steinkorb- oder Geotextilkonstruktionen lassen sich einseitig oder beidseitig übersteilte Böschungen ausgestalten.

    Drahtseil oder Ringnetz: Drahtseil- und Ringnetze können heute sehr hohe Gebrauchslasten bis zu 5‘000 kJ aufnehmen. Netze müssen jedoch nach einem Ereignis instand gestellt werden, damit die Schutzwirkung wieder sichergestellt ist.

    Der Tragfähigkeitsnachweis für Schutznetze erfolgt mit einer Typenprüfung gemäss Baumann, R. (2018). Die Prüfung umfasst Netze, die in 9 Energieklassen von 100–5‘000 kJ eingeteilt sind.

  • Verschalung / Anschüttung / Verstärkung von Wänden gegen Stein- und Blockschlag

    Die Verschalung/Abdeckung von Wänden mit stossdämpfenden Materialien ist eine sehr effiziente Massnahme, weil das Tragelement weitgehend vor der direkten Einwirkung geschützt wird.

    Eine Verstärkung von Stahlbetonwänden in Neubauten erreichen Sie mit einem erhöhten Bewehrungsgehalt. Wände zu verstärken ist zwar möglich, jedoch selten wirtschaftlich. Das Energieaufnahmevermögen steigt nur beschränkt im Vergleich zu den Materialkosten.

  • Verstärkung / Überschüttung des Daches

    Optimalen Schutz von Dachflächen erreichen Sie mit Erdüberdeckung. Besonders geeignet sind leicht geneigte Flachdächer.

  • Stabilisierungsmassnahmen an der Abbruchstelle

    Ist die Ausbruchsnische klein und grenzt direkt an das gefährdete Gebäude, können Sie die Stabilisierung der Abbruchstelle in Betracht ziehen. Mögliche Massnahmen reichen von Begrünungen über Verkleidungen mit Geotextilen, Netzen oder Spritzbeton bis zu Verankerungen und Drainagen. Ziehen Sie eine Fachperson (z.B. Bauingenieur) bei.

  • Bei Neubauten hat die Wahl eines möglichst sicheren Standorts erste Priorität. Auch die Positionierung und Terraingestaltung auf dem Grundstück kann die Sicherheit erhöhen.

    Konzeptionelle Massnahmen zum Schutz vor Rutschungen

    Terraingestaltung / Bauzustände
    Achten Sie bei der Terraingestaltung darauf, dass die Stabilität des Geländes nicht wegen Anschüttungen und Einschnitten kritisch wird. Dies gilt sowohl für permanente wie auch für temporäre Erdverschiebungen während des Baus. Ziehen Sie deshalb insbesondere ungünstige Bauzustände (z.B. Baugrubenaushub) von Anfang an in die Abklärungen ein.

    Statisches Konzept und Fundation
    Bei einem guten statischen Konzept ziehen geringe Setzungen unter dem Gebäude keine Schäden wie Risse nach sich. Wählen Sie eine monolithische Bauweise und trennen Sie Anbauten stets statisch einwandfrei vom Hauptgebäude. Zudem soll die Fundationsart unempfindlich auf mögliche Setzungen oder Verschiebungen reagieren. In der Regel bewährt sich eine Flachfundation mit verstärkter Bodenplatte.

    Nutzungskonzept Innenräume
    Passen Sie bei tiefgründigen Rutschungen das Nutzungskonzept der Innenräume an. Beachten Sie, dass Verkippungen möglich sind, wenn das Gebäude auf der Rutschmasse mitschwimmt. Je nach statischem Konzept ist eine Neuausrichtung des Gebäudes oder Teilen davon möglich. Rechnen Sie aber speziell bei Untergeschossen damit, dass diese nicht neu ausgerichtet werden können und in einer Schieflage zu verbleiben drohen. Dies ist für die Innenraumnutzung von Beginn weg zu berücksichtigen.

    Aussenanschluss von Leitungen
    Erdverlegte Leitungen werden bei ungleichmässigen Rutschbewegungen schnell beschädigt. Besonders kritische Bereiche befinden sich am Rand der Rutschung sowie um die Leitungsdurchführungen vom Untergrund ins Gebäude. Beachten Sie die Richtlinien für Rohrleitungsanlagen (SVGW 2010, SVGW 2013).

    Abführung von Meteorwasser
    Sorgen Sie dafür, dass jegliches Meteor- und Oberflächenwasser abgeführt oder in Quellen gefasst wird und nicht in der Rutschmasse versickern kann. Wasser ist der bedeutendste treibende Faktor von Rutschbewegungen. Versuchen Sie den Hangwasserspiegel und die Wassersättigung des Bodenmaterials zu minimieren.

  • Lastabtragung, Ausrichtung und Verstärkungsmassnahmen

    Lastabtragung unter die Gleitfläche / in den anstehenden Fels
    Sorgen Sie mit Scheiben oder Pfählen für eine optimale Abtragung der Gebäudelasten in den stabilen Untergrund. Diese Massnahme können Sie bei geringer Rutsch- wie auch bei oberflächlicher Einsturzgefährdung ergreifen. Damit verhindern Sie zwar nicht die Geländebewegung an sich, sichern das Gebäude jedoch ähnlich einer Brücke auf Pfeilern.

    Ausrichtung des Gebäudes durch Anhebung
    Die folgenden Massnahmen für die Gebäudeanhebung eignen sich bei mittel- bis tiefgründigen Rutschungen, wenn sich die Rutschung aufgrund ihrer Grösse nicht beeinflussen lässt.

    • Nehmen Sie zwischen dem Untergeschoss und den Obergeschossen eine statische Trennung vor und ordnen Sie hydraulische Pressen in Aussparungen an. Bei einer Verkippung des Gebäudes kann der Obergeschossteil neu ausgerichtet werden, das Untergeschoss verbleibt in Schieflage. Diese Korrektur lässt sich bei fortlaufender Verkippung wiederholen.
    • Einzelfundamente als Auflager: Muss das ganze Gebäude nach einer Verkippung neu ausgerichtet werden, sind Aussparungen für hydraulische Pressen im Fundamentbereich vorzusehen. Dies ist meist nur bei Neubauten möglich. Der Zugang zu diesen Auflagern erfolgt über statisch getrennte Schächte an den Gebäudeecken. Bei Bedarf sind zusätzliche Auflager im Bereich der Aussenwände und unter dem Gebäude erforderlich.
    • Anhebung mittels Injektion: Das Fundament kann mit Kunstharz- oder Mörtelinjektionen angehoben werden. Das Injektionsgut wird über Bohrlöcher durch das Fundament in den Untergrund eingebracht.

    Verstärkung von Bodenplatte und Aussenwänden
    Die Verstärkung von Bodenplatte und Aussenwänden ist bei vielen Massnahmen eine Mindestanforderung.

  • Stabilisierung der Rutschmasse

    So können Sie die Stabilität einer Rutschung erhöhen:

    • Verankerung der Rutschmasse im stabilen Untergrund mit Ankern, Nägeln, Dübeln oder Pfählen oder anderen Stützkonstruktionen
    • Entwässerung und Drainage, um den Wasseranteil in der Rutschmasse zu reduzieren
    • Veränderungen der Topographie (Gegengewichtsschüttung, Abflachung)
  • Planen Sie für den Gebäudeschutz grundsätzlich nur permanente bauliche Schutzmassnahmen!

    Konzeptionelle Massnahmen zum Schutz vor Lawinen und Schneegleiten

    Einpassung in das Terrain
    Ist das Gebäude gut in das Terrain eingepasst, ist es vor dem direkten Einwirken der Lawine geschützt. Sehen Sie deshalb eine vertiefte Anordnung des Gebäudekörpers im umliegenden Gelände vor. So lässt sich die lawinenzugewandte Aussenwandfläche verringern.

    Geländeanpassungen
    Planen Sie bergseitig eine Terrassierung des Geländes,  wenn sich das Gebäude an einer Hanglage befindet. Die bergseitige Terrassierung reduziert die Einwirkung durch Schneedruck auf das Gebäude markant.

    Gebäudeform
    Die Form des Gebäudes bestimmt die effektiv auf die betroffenen Aussenwände wirkenden Kräfte. Sehen Sie keilförmige oder in Bezug auf die Hauptzuflussrichtung der Lawine abgewinkelte Grundrissformen vor. Sehr ungünstig sind einspringende Ecken und Auswölbungen wie Erker oder Kamine. Beachten Sie zudem, dass sich an der direkt betroffenen Aussenfassade keine Leitungen befinden (Dachwasserleitung, Öltankentlüftung u.a.). Diese werden bei einem Lawinenanprall beschädigt oder abgerissen.

    Nutzung der Innenräume
    Durch eine angepasste Raumnutzung können Sie die Gefährdung von Personen in Gebäuden reduzieren. Sehen Sie im Bereich der lawinenzugewandten Aussenwände ausschliesslich Räume mit kurzer Aufenthaltsdauer vor, beispielsweise Verbindungsgänge oder Nasszellen.

    Lage von Öffnungen
    Gebäudeöffnungen wie Fenster und Türen gehören zu den grössten Schwachstellen. Vermeiden Sie daher Fenster und Zugänge in der lawinenzugewandten Aussenwand.

    Nutzung des Aussenraumes
    Planen Sie Aussenbereiche wie Sitzplätze und Balkone in den durch das Gebäude geschützten resp. in lawinenabgewandten Bereichen. Ordnen Sie den Zugang zum Gebäude geschützt an, beispielsweise via Tiefgarage mit talseitiger Zufahrt.

  • Abschirmungsmassnahmen können die Ausbreitung der Gefährdung massgeblich beeinflussen. Solche Massnahmen dürfen nur ergriffen werden, wenn sich durch deren Einsatz die Gefährdung benachbarter Objekte nicht erhöht.

    Abschirmungsmassnahmen gegen Lawinen: Dämme

    Ein Auffangdamm kann als Gebäudeschutzmassnahme gegen Schneerutsche oder kleinere Lawinen eingesetzt werden. Er ist so zu dimensionieren, dass er eine Lawine oder mehrere Lawinen vollständig aufhalten kann.

    Mit Hilfe eines Ablenkdammes kann die Lawine in eine gewünschte Richtung umgelenkt werden (Vorsicht: Gefahrenverlagerung!). Ablenkdämme mit Ablenkwinkeln von 20° bis 30° können mit vertretbarem Aufwand erstellt werden. Sind die Umlenkwinkel grösser, werden die erforderlichen Bauwerkshöhen sehr gross und das Abfliessen der Lawine ist nicht mehr gewährleistet. Als Gebäudeschutzmassnahme kommen Ablenkdämme oder -mauern vor allem am Rande von Siedlungen zum Einsatz. Vorsicht: In Richtung der abgelenkten Lawine entsteht eine erhöhte Gefährdung!

  • Abschirmungsmassnahmen können die Ausbreitung der Gefährdung massgeblich beeinflussen. Solche Massnahmen dürfen nur ergriffen werden, wenn sich dadurch die Gefährdung benachbarter Gebäude und Grundstücke nicht erhöht.

    Abschirmungsmassnahmen gegen Lawinen: Ebenhöch

    Als Ebenhöch werden Gebäude genannt, deren Dach bergseits nahtlos ans Terrain oder an eine Anschüttung anschliesst. Eine Lawine fliesst dadurch über das Gebäude hinweg. Besonders zu beachten ist die konstruktive Ausbildung der Dachabschlüsse. Zudem sind für Kamine spezielle Lösungen erforderlich, beispielsweise in Form eines ersetzbaren Leichtaufbaus. Weiter ist zu vermeiden, dass zwischen Terrain und Dach ein Absatz besteht (siehe Gefährdungsbild 4).

  • Abschirmungsmassnahmen können die Ausbreitung der Gefährdung massgeblich beeinflussen. Solche Massnahmen dürfen nur ergriffen werden, wenn sich dadurch die Gefährdung benachbarter Gebäude und Grundstücke nicht erhöht.

    Abschirmungsmassnahmen gegen Lawinen: Spaltkeil

    Spaltkeile dienen als Schutz von Gebäuden und Masten. Der Keil wird direkt am Objekt oder unmittelbar davor angeordnet. Die Schneemassen werden geteilt und vorbeigeleitet. Vorsicht: In Richtung der abgelenkten Lawine kann eine erhöhte Gefährdung entstehen. Der maximale Öffnungswinkel darf 60° nicht überschreiten (siehe Gefährdungsbild 3). Der Keil muss ausreichend hoch sein, damit die Lawine ihn nicht überfliesst. Wird der Keil in Form von Flügelmauern direkt am Objekt platziert, sind keine weiteren Schutzmassnahmen am Gebäude vorzunehmen. Ansonsten sind die üblichen Einwirkungen aus Druck und Reibung für die Seitenwände zu berücksichtigen.

    Spaltkeil zum Ablenken von Lawinen und Dreibeinböcke gegen Schneegleiten (Bildquelle: GVG)
  • Verstärkungs- / Verschalungsmassnahmen an der Struktur des Gebäudes

    Sämtliche Tragelemente im Einflussbereich der Lawine müssen gegen Druck- und Reibungskräfte sowie gegen nach oben und unten gerichtete Vertikalkräfte bemessen sein. Die Kräfte müssen vollständig in den Baugrund abgetragen werden. Beachten Sie dabei zusätzliche Einzellasten, die durch den Anprall von Fremdkörpern wie Bäumen oder Gesteinsblöcken entstehen können.

  • Verstärkung und Anschüttung von Aussenwänden

    Die lawinenzugewandten Aussenwände sind nach dem Druck und der Reibungskräfte der Lawine zu bemessen. Dies erfordert in der Regel eine wesentliche Verstärkung. Fassadenverkleidungen wie Schindeln aus Holz oder Kunststoff sind ungeeignet. Zum Schutz von seitlichen Wänden können als Alternative auch verstärkte Flügelmauern angeordnet werden. Dies sind Mauern, die seitlich über den Gebäudegrundriss hinausragen.

    Flügelmauer und Verzicht auf Fassadenverkleidung im EG
    Flügelmauer und Verzicht auf Fassadenverkleidung im EG (Bildquele: GVG)

    Anschüttungen verringern direkt betroffene Aussenwandflächen. Im Bereich der Anschüttung wirkt lediglich ein reduzierter Lawinendruck. Es ist aber der zusätzliche Erddruck zu berücksichtigen.

  • Schutz von Öffnungen gegen Lawinen

    Vermeiden Sie lawinenzugewandte Fenster und Türen. Parallel zur Fliessrichtung platzierte Fenster und Türen sind auf die einwirkenden Drücke zu bemessen, Türen von aussen anzuschlagen.

    Bei Fenstern müssen die auftretenden Lasten über die Scheibe auf den Rahmen und von diesem auf die angrenzende Konstruktion und das Tragwerk übertragen werden können. Bei schwachen Drücken (Staublawinen) sind mittels teilvorgespanntem Glas schlanke Konstruktionen möglich. Analog müssen bei Türen die auftretenden Lasten via Zargen in das Tragwerk übertragen werden.

    Bei mittleren und hohen Drücken (Fliesslawinen) sind die Öffnungen möglichst klein zu wählen. Mit Sprossen, Prallplatten oder Dammbalken können Sie die Einwirkung reduzieren. Diese Massnahmen sind zwingend notwendig, wenn mit dem Anprall von Einzellasten (Blöcke, Baumstämme) zu rechnen ist. Manuell bedienbare Schutzmassnahmen sind als Gebäudeschutz bei Neubauten nicht zugelassen.

    Übersicht empfohlener Glasprodukte mit ihren Mindestdicken sowie der entsprechenden Bemessung

    Wählen Sie bei Isolierglas die äussere Scheibe entsprechend dem Einfachglas nach obiger Tabelle mit einer Gegenscheibe von mindestens 8 mm Dicke. Siehe auch: ÖNORM B 5301 und B 5302 (Lawinenschutzfenster und -türen). Genügen derart verstärkte Gläser nicht, können Sie den Fenstern Sprossen in genügend geringem Abstand vorsetzen.

    ((Bildergalerie: Der Normaldruck auf ein lawinenseitiges Fensterglas wird durch Sprossen verringert.))

    Bemessen Sie Prallplatten auf dieselben Drücke wie die Wände. Der maximale Abstand zur Wand darf 25 cm nicht übersteigen. Die Prallplatten müssen die Fenster genügend überlappen (min. Winkel 45°).

  • Verstärkung und Ausbildung des Daches

    Vermeiden Sie bergseitige Dachvorsprünge, wenn mit vertikal von unten gerichteter Lawineneinwirkung gerechnet werden muss (Gefährdungsbild 2). Verankern Sie zudem das Dach ohne Überstand in die lawinenseitige Aussenmauer. Dachvorsprünge sind lediglich bei Seitenwänden erlaubt, wenn sie genügend geschützt sind. Achten Sie auf eine gute Verankerung der Dachpfetten und Sparren dieser seitlichen Vorsprünge mit der Wandkonstruktion.

    Ist mit einem teilweisen Überfliessen des Dachs zu rechnen (Gefährdungsbild 2), ist die gesamte Dachkonstruktion nach der Belastung infolge Druck, Reibung und Auflast zu bemessen. Prüfen Sie in diesem Fall, ob sich die gesamte Konstruktion nicht eher als Ebenhöch ausgestalten liesse.

    Vermeiden Sie bei Gefährdung durch Staublawinen Dachvorsprünge oder versehen Sie diese mit einer schützenden Verschalung. Wählen Sie schwere Dachziegel oder Befestigungsarten, die dem Über- und Unterdruck standhalten.

  • Schutzmassnahmen gegen Schneegleiten und –Kriechen in der Aussenumgebung

    Schneegleiten und -kriechen kann mit einer Erhöhung der Bodenrauheit verhindert oder zumindest reduziert werden. Dies erreichen Sie beispielsweise mit Bermentritt , verankerten Schwellen, Pfählung oder Dreibeinbock. Diese Massnahmen verbessern die Verzahnung zwischen Schneedecke und Boden (vgl. Leuenberger 2003). Aufforstungen verbessern die Schutzwirkung zusätzlich.

    Weitere Massnahmen in der Umgebung gegen Schneegleiten sind:

    • Geländeanpassungen wie Terrassierung des Hanges, Zufahrt, Stützmauern, Gartensitzplätze etc. können eine Schneedruckgefährdung oft beheben.
    • Bewirtschaftung: Kurz geschnittenes Gras ist hinsichtlich Gleitschnee günstiger als langes. Angefrorener Mist erhöht ebenfalls die Rauheit der Bodenoberfläche.
    • Stützwerke sind in Sonderfällen zum Schutz vor Schneedruck vorzusehen.
  • Gebäudeform - Schutz vor Murgängen und Lawinen

    Die Form des Gebäudes bestimmt die effektiv auf die betroffenen Aussenwände wirkenden Kräfte. Sehen Sie keilförmige oder in Bezug auf die Hauptzuflussrichtung des Murgangs abgewinkelte Grundrissformen vor. Vermeiden Sie einspringende Ecken und Auswölbungen wie Erker oder Kamine. Achten Sie zudem darauf, dass sich an der direkt betroffenen Aussenfassade keine Leitungen befinden (Dachwasserleitung, Öltankentlüftung u.a.). Diese würden beim Murganganprall beschädigt oder abgerissen.

  • Verstärkungsmassnahmen zum Schutz vor Übermurung

    Verstärkung von Aussenwänden
    Gefährdete Aussenwände sind nach dem Druck und der Reibung des Murganges zu bemessen respektive entsprechend zu verstärken. Aufgrund der Reibung ist in der Regel auf Fassadenverkleidungen wie Schindeln aus Holz oder Kunststoff zu verzichten.

    Schutz von Öffnungen
    Gefährdete Fenster und Türen sind gemäss dem Druck zu bemessen und von aussen anzuschlagen. Bei Fenstern muss die Last über die Scheibe auf den Rahmen und von diesem auf die angrenzende Konstruktion abgetragen werden. Bei seitlich angeordneten Fenstern und geringen Drücken bieten ausreichend bemessene Verbundsicherheitsgläser Schutz. Trifft der Murgang frontal auf die Fenster, sind diese zusätzlich mit Sprossen, Prallplatten oder Dammbalken zu schützen.

    Tabelle: Übersicht empfohlener Glasprodukte mit ihren Mindestdicken sowie der entsprechenden Bemessung

    Bei der Verwendung von Isolierglas sollte die äussere Scheibe entsprechend dem Einfachglas nach obiger Tabelle gewählt werden mit einer Gegenscheibe von mindestens 8 mm Dicke (Quelle: Schweiz. Institut für Glas am Bau, Zürich).

  • Abschirmungsmassnahmen können die Ausbreitung der Gefährdung massgebend beeinflussen. Solche Massnahmen dürfen nur ergriffen werden, wenn sich dadurch die Gefährdung benachbarter Gebäude und Grundstücke nicht erhöht.

    Abschirmungsmassnahmen gegen Murgänge

    Auffangdamm
    Ein Auffangdamm kann kleine Murgänge vollständig aufhalten, sofern er genügend hoch ist. Sehen Sie zudem einen ausreichend grossen Ablagerungsraum vor, um das Volumen des Geschiebes aufzufangen.

    Erhöhte Anordnung
    Die Anschüttung des Terrains ist bei Neubauten oft die kostengünstigste und wirksamste Massnahme zur Risikoverminderung. So können Sie das gefährdete Objekt ganz vor Übermurung und Überschwemmung schützen (Stauhöhe beachten!). An Stellen mit hohen Fliessgeschwindigkeiten muss die Anschüttung gegen Erosion geschützt werden.

    Ablenkmauer/Ablenkdamm
    Mit Hilfe einer Ablenkmauer oder eines Ablenkdammes kann der Murgang in eine gewünschte Richtung umgelenkt werden. Als Massnahme für den Gebäudeschutz kommen sie vor allem am Rand von Siedlungen oder Gerinnen zum Einsatz.

    Spaltkeile leiten den Murgang am zu schützenden Gebäude vorbei. Der Keil wird direkt am oder unmittelbar vor dem Gebäude angeordnet. Der maximale Öffnungswinkel darf 60° nicht überschreiten (Gefährdungsbild 2). Zudem muss der Spaltkeil ausreichend hoch sein, damit er nicht überflossen werden kann. Dabei sind die Fliesshöhe des Murganges zu berücksichtigen sowie die Anzahl möglicher Murschübe pro Ereignis. Wird der Keil mit Flügelmauern seitlich am Objekt verlängert, sind gegebenenfalls weitere Schutzmassnahmen an den Seitenwänden nicht erforderlich.

    Murgangnetze können im Wildbachverbau oder als direkte Schutzmassnahme vor dem Gebäude eingesetzt werden. Die Bemessung dieser Murgangnetze erfolgt gemäss Volkwein (2014). Wie beim Auffangdamm ist ein ausreichend grosser Ablagerungsraum vorzusehen. Beim Einsatz von Netzen zum Schutz gegen Hangmuren ist die Wasserableitung gesondert zu betrachten und allenfalls mit anderen Massnahmen zum Hochwasserschutz des Gebäudes zu kombinieren.

    Ein Wartungs- und Unterhaltsplan ist für Netzlösungen unabdingbar, damit diese als permanente Schutzmassnahme eingesetzt werden können.