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Oberflächenabfluss

Von Oberflächenabfluss spricht man, wenn Regenwasser nicht direkt im Boden versickert, sondern über die Geländeoberfläche abfliesst. Das Wasser sammelt sich häufig entlang von Strassen und kann lokal heftige Überschwemmungen verursachen. Dringt es durch Öffnungen wie Türen, Tore oder Fenster in ein Gebäude ein, können erhebliche Schäden entstehen.

Während der letzten Jahrzehnte haben sich Gebäudeschäden durch Naturgefahren mehr als verdoppelt. Dabei sind Überschwemmungen für einen bedeutenden Anteil der Gesamtschäden verantwortlich. Steigende Versicherungssummen, eine sich verändernde Gebäudeverletzlichkeit und die zunehmende Versiegelung des Bodens tragen wesentlich zur Zunahme der Gebäudeschäden bei. Mehr als die Hälfte aller Überschwemmungsschäden sind dabei nicht auf ausufernde Flüsse, Bäche und Seen zurückzuführen, sondern auf Oberflächenabfluss.

Was ist eigentlich Oberflächenabfluss?

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Italienisches Video: https://youtu.be/ytTi9P91Yig

Seit ihrer Veröffentlichung im Jahr 2018 hat sich die Gefährdungskarte Oberflächenabfluss (GOA) zu einem der wichtigsten Hilfsmittel für die Prävention von Elementarschäden entwickelt. Sie unterstützt die Kantonalen Gebäudeversicherungen sowie die Privatassekuranz und dient auch als Planungshilfe bei der Siedlungsentwässerung. Aufgrund neuer Datengrundlagen und verbesserter Modellierungsmöglichkeiten wird die Karte derzeit umfassend aktualisiert und Anfang 2027 in einer neuen Version veröffentlicht.

Um durch Überschwemmungen verursachte Schäden zu verringern oder gar zu vermeiden, sollten Gebäude möglichst wetterfest und schadensicher gebaut und unterhalten werden. Zunächst muss jedoch die Gefährdung durch Oberflächenabfluss bekannt sein, um Schutzmassnahmen umsetzen zu können.

Zentrales Instrument zur Prävention von Überschwemmungsschäden
Die GOA zeigt schweizweit mögliche Abflusswege und Überschwemmungsgebiete bei starken Niederschlägen. Seit ihrer Veröffentlichung im Jahr 2018 ist sie ein unverzichtbares Hilfsmittel für die Prävention geworden. Die Gefährdungskarte schliesst damit eine wichtige Lücke in diesem Bereich.

Neue Datengrundlagen ermöglichen eine umfassende Aktualisierung
Die Gefährdungskarte Oberflächenabfluss wurde 2018 auf Basis der damals verfügbaren Informationen und Technologien erstellt. Seitdem haben sich die Datengrundlagen für Niederschläge, das Terrainmodell und die Bodenbedeckung sowie die Methodik zur Modellierung von Oberflächenabfluss verbessert – auch dank der stetig steigenden Rechenleistung von Computern. Aus diesem Grund wird die Gefährdungskarte in diesem Jahr neu modelliert und aktualisiert. Anfang 2027 wird sie kostenlos verfügbar sein und die bisherige Gefährdungskarte zum Oberflächenabfluss ersetzen.

Die Gefährdungskarte Oberflächenabfluss Schweiz (2018) gibt Auskunft über die Abflusswege und zeigt jene Stellen, an denen sich das Wasser aufstauen kann, z.B. in Mulden oder an Hindernissen.

Vorsicht: Weil es sich bei der Gefährdungskarte um ein reines Modellierungsprodukt handelt, ist die korrekte Interpretation mit einer Plausibilisierung der Abflusswege vor Ort entscheidend. Kleinstrukturen wie Trottoir-Ränder oder Stellriemen, aber auch Unterführungen oder Durchlässe sind im Modell nicht berücksichtigt. Die Gefährdungskarte Oberflächenabfluss Schweiz hat keine Rechtsverbindlichkeit. Sie ist eine fachtechnische Grundlage und hat hinweisenden Charakter. Weiterführende Informationen:

Den sichersten Schutz bieten bauliche Massnahmen: Planen Sie den Neubau so, dass kein Wasser durch Öffnungen in das Haus eindringen kann. Identifizieren Sie bei einem bestehenden Gebäude die gefährdeten Stellen. Dichten Sie diese ab oder verhindern Sie mit Abschirmungen wie z.B. Schutzmauern oder Dämmen, dass Wasser an das Gebäude gelangen kann. Lagern Sie sensible Objekte im und um das Haus erhöht.

So schützen Sie sich bei Starkregen

Verlassen Sie betroffene Räume wie Keller oder Einstellhallen, aber auch Lifte. Meiden Sie die Nähe von Gewässern und Geländemulden. Fliessendes Wasser ist viel stärker als es scheint, es kann Sie oder Ihr Fahrzeug mit sich reissen.

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